Asien

Reiseimpfungen für Vietnam: Empfehlungen, Malaria und Dengue

Für Vietnam gilt bei der Einreise: Kein Nachweis vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Influenza (Grippe), je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Geringes Risiko.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Vietnam auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Kein Nachweis vorgeschrieben

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind laut AA keine Impfungen vorgeschrieben. In der WHO-Liste ist Vietnam weder als Gelbfiebergebiet noch mit einer Impfvorschrift aufgeführt.

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Influenza (Grippe) laut AA gegebenenfalls im Rahmen der Standardimpfungen prüfen
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Typhus
Tollwut hohes Risiko durch streunende Hunde; Behandlung nach Bissen vor Ort nicht immer möglich
Japanische Enzephalitis Übertragung im Süden in der Regen- und frühen Trockenzeit, im Norden im Spätsommer und Herbst
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Geringes Risiko

Laut DTG besteht ganzjährig ein geringes Risiko im gesamten Land einschließlich der Inseln. Die Zentren großer Städte gelten als malariafrei. Schützen Sie sich vor allem in der Dämmerung und nachts vor Mückenstichen und besprechen Sie das Vorgehen bei Fieber vorab ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Dengue wird in vielen Landesteilen übertragen, eine Impfung ist verfügbar und bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition zu besprechen.
  • Zika kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen, Schwangere sollten die Hinweise dazu besonders beachten.
  • Während und nach der Regenzeit treten Durchfallerkrankungen gehäuft auf, trinken Sie kein Leitungswasser.
  • In Bars und ländlichen Unterkünften wird teils gepanschter Alkohol ausgeschenkt, der Methanol enthalten kann.
  • In Hanoi und anderen großen Städten ist die Feinstaubbelastung vor allem im Winter hoch.
  • An den Küsten kommt es wiederholt zu Fischvergiftungen nach dem Verzehr von Rifffischen.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Vietnam sind keine Impfungen vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A sowie aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern und gegebenenfalls gegen Influenza. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition kommen Dengue, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis hinzu. Das Malariarisiko ist laut DTG landesweit gering.

Einreise und Gelbfieber

Vietnam ist laut WHO kein Gebiet mit Gelbfieber-Übertragung, und das Auswärtige Amt nennt für die direkte Einreise aus Deutschland keine Pflichtimpfungen. Eine Regel für Reisende, die vorher in einem Gelbfiebergebiet waren, führt die Seite des Auswärtigen Amtes nicht auf. Wenn Ihre Reise durch Teile Afrikas oder Südamerikas führt, fragen Sie die aktuellen Einreisebestimmungen deshalb vorab bei der vietnamesischen Botschaft nach. Hintergründe zur Impfung und zu den Impfstellen finden Sie im Ratgeber Gelbfieberimpfung.

Empfohlene Impfungen nach Reiseart

Viele Reisende kombinieren in Vietnam eine Rundreise von Hanoi über die Halong-Bucht und Hoi An bis ins Mekongdelta mit einigen Tagen am Strand. Welche Impfungen über Hepatitis A hinaus sinnvoll sind, hängt davon ab, wie lange und wie Sie reisen. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt die Einstufung des Auswärtigen Amtes.

Reiseart Typische Fragen für die Beratung
Klassische Rundreise mit Hotels Hepatitis A, Standardimpfungen, Mückenschutz
Badeurlaub an der Küste Hepatitis A, Dengue-Schutz, Rifffisch meiden
Backpacking, Homestays auf dem Land Tollwut, Japanische Enzephalitis, Typhus besprechen
Langzeitaufenthalt, Arbeit oder Studium Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue
Reise mit Kindern Standardimpfungen, besonders Masern, Tierkontakt vermeiden

Für alle Reisenden

Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für jede Vietnamreise empfohlen. Prüfen Sie zudem Ihren Impfpass auf die Standardimpfungen, insbesondere Masern. Das Auswärtige Amt nennt für Vietnam außerdem die Grippeimpfung als mögliche Ergänzung.

Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition

Dengue, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfiehlt das Auswärtige Amt bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition, etwa bei Reisen auf dem Land, einfachen Unterkünften oder engem Tierkontakt. Die Japanische Enzephalitis wird im Süden vor allem in der Regen- und frühen Trockenzeit übertragen, im Norden im Spätsommer und Herbst. Bei der Dengue-Impfung gilt: Die STIKO empfiehlt sie derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Ob eine dieser Impfungen für Sie sinnvoll ist, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Eine erste Orientierung bietet der Reiseimpf-Check.

Malaria in Vietnam

Laut der DTG-Ländertabelle 2026 besteht ganzjährig ein geringes Malariarisiko im gesamten Land, einschließlich der Inseln. Die Zentren großer Städte gelten als malariafrei. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich in der Dämmerung und nachts konsequent vor Mückenstichen zu schützen: mit Mückenschutzmitteln, entsprechender Kleidung und Moskitonetzen. Besprechen Sie vor der Reise ärztlich, wie Sie bei Fieber unterwegs vorgehen. Bei Fieber nach der Rückkehr erwähnen Sie die Reise bitte immer. Mehr dazu im Ratgeber Malaria.

Dengue, Zika und Chikungunya

Dengueviren werden in vielen Teilen des Landes durch tagaktive Mücken übertragen. Komplikationen sind bei Reisenden laut Auswärtigem Amt selten, eine spezifische Therapie gibt es aber nicht. Auch Chikungunya und Zika werden von tagaktiven Mücken übertragen. Zika kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen, Schwangere und Paare mit Kinderwunsch sollten die Hinweise dazu besonders beachten. Tipps zum Schutz am Tag und in der Nacht finden Sie im Ratgeber Dengue, Chikungunya, Zika.

Hygiene, Alkohol und Ernährung

Während und nach der Regenzeit treten Durchfallerkrankungen gehäuft auf. Das Auswärtige Amt rät:

  • Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser, und nutzen Sie es möglichst auch zum Zähneputzen.
  • Essen Sie gekochte oder selbst geschälte Speisen und halten Sie Fliegen vom Essen fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände, immer vor dem Essen.
  • Seien Sie bei Alkohol vorsichtig: In Bars und in Homestays auf dem Land wird teils gepanschter Alkohol mit Methanol ausgeschenkt. Verzichten Sie auf kostenlose Begrüßungsdrinks.
  • Meiden Sie Rifffische, da es an den Küsten wiederholt zu Fischvergiftungen kommt.

In Hanoi und anderen großen Städten ist die Feinstaubbelastung vor allem im Winter hoch, was für Menschen mit Vorerkrankungen belastend sein kann. Meiden Sie außerdem Geflügelmärkte und den Kontakt zu Vögeln.

Tollwut und Tierkontakt

Landesweit besteht ein hohes Risiko, von streunenden Hunden gebissen zu werden. Die nötigen Maßnahmen nach einem Biss sind für Ungeimpfte in Vietnam nicht immer möglich. Meiden Sie den Kontakt zu streunenden Tieren. Nach einem Biss, einem Kratzer oder dem Belecken verletzter Haut waschen Sie die Stelle sofort mindestens 15 Minuten mit Seife aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe, auch wenn Sie geimpft sind. Mehr dazu unter Tollwut auf Reisen.

Medizinische Versorgung vor Ort

Die medizinische Versorgung ist laut Auswärtigem Amt mit europäischen Standards nicht zu vergleichen, eine notärztliche Versorgung gibt es nicht. Krankenhäuser mit besseren Standards finden sich vor allem in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, in den Provinzen wird meist nur Vietnamesisch gesprochen. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung sowie eine eigene Reiseapotheke, die Sie unterwegs vor Hitze schützen.

Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Einige Impfungen brauchen mehrere Termine, deshalb ist eine frühe Planung sinnvoll, siehe Zeitplan vor der Abreise. Wer Vietnam mit Thailand oder Kambodscha kombiniert, bespricht am besten die gesamte Route in einem Termin. Praxen finden Sie unter Reisemedizin.

Häufige Fragen zu Vietnam

Gibt es Pflichtimpfungen für Vietnam?

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind laut Auswärtigem Amt keine Impfungen vorgeschrieben. Wer vorher in einem Gelbfiebergebiet war, sollte die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Reise bei der vietnamesischen Botschaft erfragen.

Brauche ich für Vietnam eine Malariaprophylaxe?

Laut DTG besteht in Vietnam ganzjährig ein geringes Malariarisiko, die Zentren großer Städte gelten als malariafrei. Im Vordergrund steht der Mückenschutz in der Dämmerung und nachts. Wie Sie bei Fieber vorgehen, besprechen Sie vorab ärztlich.

Ist eine Tollwutimpfung für Vietnam sinnvoll?

Das Auswärtige Amt nennt ein landesweit hohes Risiko durch streunende Hunde und weist darauf hin, dass die Behandlung nach einem Biss vor Ort nicht immer möglich ist. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition wird die Impfung empfohlen, für alle anderen Reisen lohnt sich die Beratung.