Amerika und Karibik

Reiseimpfungen für Peru: Gelbfieber, empfohlene Impfungen, Malaria und Höhe

Für Peru gilt bei der Einreise: Kein Nachweis vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Peru auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Kein Nachweis vorgeschrieben

Für die direkte Einreise aus Deutschland ist kein Impfnachweis vorgeschrieben, bei einer Weiterreise in Drittländer kann er aus Peru kommend aber verlangt werden. Das AA empfiehlt die Impfung ab neun Monaten für Reisen unterhalb von 2.300 Metern in zahlreichen Regionen östlich der Anden, darunter Amazonas, Loreto, Madre de Dios, San Martín, Ucayali sowie Cusco und Puno, für Gebiete oberhalb von 2.300 Metern dagegen nicht.

Gelbfieber-Übertragungsgebiet laut WHO: in Teilen des Landes

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Für bestimmte Regionen abhängig von der Reiseroute
Gelbfieber unterhalb von 2.300 Metern in den vom AA genannten Regionen, nicht im Hochland
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Tollwut Impfstoffe und Immunglobuline sind laut AA im Land kaum erhältlich
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Regional unterschiedlich

Das Risiko besteht ganzjährig und ist regional unterschiedlich: hoch in der Region Loreto und im Norden der Region Amazonas, mittel bis gering in weiteren Tieflandgebieten östlich der Anden einschließlich Iquitos und Puerto Maldonado. Lima, die Küste westlich der Anden und Hochlandziele über 2.500 Metern wie Cusco, Machu Picchu und der Titicacasee gelten als malariafrei. Schützen Sie sich vor Mückenstichen und besprechen Sie eine Prophylaxe für Amazonasreisen ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Höhenkrankheit betrifft laut AA häufig Reisende, die direkt nach Cusco oder Puno fliegen, planen Sie daher Zeit zur Akklimatisierung ein.
  • Dengue, Chikungunya, Zika und Oropouche-Fieber können auftreten, gegen Dengue und Chikungunya gibt es Impfungen nach individueller Beratung.
  • In großen Städten kann Luftverschmutzung zu Beschwerden führen.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für Peru ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt (AA) empfiehlt Reisenden die Impfung gegen Hepatitis A und, für Gebiete unterhalb von 2.300 Metern in vielen Regionen östlich der Anden, auch gegen Gelbfieber. Im klassischen Hochland um Cusco, Machu Picchu und den Titicacasee stehen dagegen Höhe und Hygiene im Vordergrund. Malaria spielt nur im Amazonastiefland eine Rolle.

Einreise: Gelbfieber-Nachweis und Weiterreise

Wer direkt aus Deutschland nach Peru fliegt, muss keinen Impfnachweis vorlegen. Laut AA kann aber bei der Weiterreise in ein Drittland ein Nachweis über die Gelbfieberimpfung verlangt werden, wenn Sie aus Peru kommen. Planen Sie also eine Kombination, etwa mit Brasilien oder Kolumbien, prüfen Sie die Einreiseregeln aller Länder Ihrer Route.

Die Gelbfieberimpfung erhalten Sie in Deutschland nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen. Die Bescheinigung gilt nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO ab dem zehnten Tag nach der Impfung und dann lebenslang. Mehr dazu im Ratgeber Gelbfieberimpfung.

Gelbfieber: Für welche Regionen das AA impft

Ob die Gelbfieberimpfung für Sie sinnvoll ist, entscheidet in Peru vor allem die Höhenlage. Das AA empfiehlt sie für alle Personen ab neun Monaten, die in Gebiete unterhalb von 2.300 Metern in folgenden Regionen reisen: Amazonas, Loreto, Madre de Dios, San Martín, Ucayali, Puno, Cusco, Junín, Pasco, Huánuco, hoher Norden von Apurímac und Huancavelica, Nordosten von Áncash, Osten von La Libertad, Norden und Osten von Cajamarca, Norden und Nordosten von Ayacucho sowie Osten von Piura.

Nicht generell empfohlen ist die Impfung westlich der Anden, etwa in Tumbes, im Westen und in Zentralgebieten von Lambayeque und Cajamarca sowie im Westen von Piura. Oberhalb von 2.300 Metern empfiehlt das AA keine Gelbfieberimpfung. Weil Regionen wie Cusco und Puno sowohl Hochland als auch tiefer gelegene Täler umfassen, besprechen Sie Ihre genaue Route mit den Höhenlagen der einzelnen Stationen in der Beratung.

Weitere empfohlene Impfungen

  • Für alle Reisenden: Hepatitis A.
  • Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Tollwut, Dengue und Chikungunya.
  • Standardimpfungen: Prüfen Sie Ihre Impfungen nach dem STIKO-Impfkalender. Das AA hebt einen ausreichenden Masernschutz ausdrücklich hervor.

Bei Tollwut ist Peru ein Sonderfall: Impfstoffe und Immunglobuline sind laut AA im Land nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich. Wer länger bleibt, viel draußen unterwegs ist oder Kontakt zu Tieren hat, sollte eine Impfung vor der Reise deshalb besonders sorgfältig abwägen. Die Dengue-Impfung empfiehlt die STIKO nur Personen, die nachweislich schon eine Dengue-Infektion hatten.

Malaria: Nur im Tiefland

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein regional unterschiedliches Malariarisiko. Etwa 82 Prozent der Fälle sind Malaria tertiana, 18 Prozent die gefährlichere Malaria tropica, überwiegend in Loreto und Amazonas.

Risiko Gebiete laut AA
Hoch Region Loreto, nördliche Teile der Region Amazonas, Dörfer rund um Iquitos und die Zuflüsse des Amazonas
Mittel Teilgebiete bis 2.500 Höhenmeter östlich der Anden, Stadtzentrum von Iquitos, Flusskreuzfahrten mit Übernachtung in Hochrisikogebieten
Gering übriges Tiefland östlich der Anden und interandine Täler bis 2.500 Meter, einschließlich Puerto Maldonado
Malariafrei Gebiete über 2.500 Meter wie Cusco, Machu Picchu und Titicacasee, die Küste westlich der Anden, Lima, Arequipa, Ica, Nazca, Puno, Tacna

In Gebieten mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich zum Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Für Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt liegen, empfiehlt es Medikamente zur notfallmäßigen Selbstbehandlung. Welche Mittel in Frage kommen, klären Sie ärztlich. Grundlagen finden Sie im Ratgeber Malaria-Schutz.

Außerdem können Chikungunya, Dengue, Leishmaniose, Oropouche-Fieber und Zika auftreten. Schützen Sie sich tags und nachts vor Mückenstichen und nutzen Sie nachts ein Bettnetz, praktische Hinweise gibt der Ratgeber Dengue und Mückenschutz. Die Chagas-Krankheit wird über Raubwanzen in einfachen Unterkünften und über nicht industriell hergestellte Frucht- und Zuckerrohrsäfte übertragen.

Höhenkrankheit: Das unterschätzte Risiko

Die Höhenkrankheit, in Peru Soroche genannt, kann ab etwa 2.500 Metern bei zu schnellem Aufstieg auftreten und gelegentlich lebensgefährlich werden. Laut AA trifft sie häufig Touristen, die direkt nach Cusco oder Puno fliegen, und zwar Menschen jeden Alters. Warnzeichen sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und zunehmende Luftnot. Verschwinden die Beschwerden nicht nach einer Pause oder Übernachtung, sollten Sie unter 2.000 Meter absteigen. Mate de Coca hat laut AA keine sichere vorbeugende Wirkung, die meisten Medikamente gegen Höhenkrankheit sind verschreibungspflichtig. Planen Sie Akklimatisierungstage ein und besprechen Sie Vorerkrankungen vorab ärztlich.

Was von der Reiseart abhängt

Reiseart Worauf es besonders ankommt
Hochland-Rundreise Cusco, Machu Picchu, Titicacasee Höhe, Akklimatisierung, Lebensmittelhygiene, malariafrei
Lima und Küste malariafrei, Lima nicht unter den Gelbfieber-Empfehlungsgebieten des AA, Luftverschmutzung
Amazonas, Iquitos, Puerto Maldonado Gelbfieber, Malaria, Mückenschutz, Schlangen
Trekking, Backpacking Tollwut wegen fehlender Impfstoffe vor Ort, Hepatitis B, Höhe

Hygiene, Tiere und Versorgung vor Ort

Reisedurchfall sowie Hepatitis A und E sind laut AA auch bei Reisenden häufig. Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs und essen Sie gut gegarte Speisen. Meiden Sie Kontakt zu Hunden und anderen Tieren sowie zu stehenden Gewässern, die durch Nagetier-Urin verunreinigt sein können. Nach einem Biss waschen Sie die Wunde gründlich mit Seife aus und suchen sofort ärztliche Hilfe.

Die private Versorgung in Lima ist laut AA insgesamt befriedigend. In ländlichen Regionen nimmt die Qualität teils drastisch ab, und selbst in Cusco reichen die Möglichkeiten für schwer Erkrankte oft nicht aus, sodass eine Verlegung nach Lima nötig werden kann. Schließen Sie eine Versicherung mit medizinischer Evakuierung ab und packen Sie eine gut sortierte Reiseapotheke mit Ihren regelmäßigen Medikamenten ein.

Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Planen Sie die Impfberatung mit einigen Wochen Vorlauf. Nach STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Einen ersten Überblick gibt der Reiseimpf-Check, passende Praxen und Gelbfieber-Impfstellen finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin.

Häufige Fragen zu Peru

Brauche ich für Peru eine Gelbfieberimpfung?

Vorgeschrieben ist sie bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Das Auswärtige Amt empfiehlt sie ab einem Alter von neun Monaten für Reisen in Gebiete unterhalb von 2.300 Metern in zahlreichen Regionen östlich der Anden, etwa Loreto, Madre de Dios oder Amazonas. Für Gebiete oberhalb von 2.300 Metern ist sie nicht empfohlen.

Gibt es in Cusco und Machu Picchu Malaria?

Nein, laut Auswärtigem Amt und DTG gelten touristische Hochlandziele wie die Stadt Cusco, Machu Picchu und der Titicacasee als malariafrei, ebenso Lima und die Küste westlich der Anden. Ein Risiko besteht im Amazonastiefland, hoch vor allem in Loreto und im Norden von Amazonas.

Wie schütze ich mich vor der Höhenkrankheit in Peru?

Am wichtigsten ist ein langsamer Aufstieg mit Zeit zur Akklimatisierung. Mate de Coca hat laut Auswärtigem Amt keine sichere vorbeugende Wirkung. Bessern sich Beschwerden nicht durch Pause oder eine Übernachtung, sollten Sie absteigen und ärztliche Hilfe suchen.

Wann sollte ich mich vor einer Peru-Reise beraten lassen?

Möglichst früh, weil manche Impfungen Zeit brauchen. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Die Gelbfieberimpfung gibt es nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen.