Amerika und Karibik

Reiseimpfungen für Brasilien: Gelbfieber, empfohlene Impfungen und Malaria

Für Brasilien gilt bei der Einreise: Kein Nachweis vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Brasilien auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Kein Nachweis vorgeschrieben

Für die direkte Einreise aus Deutschland ist kein Gelbfieber-Impfnachweis vorgeschrieben, bei einer Weiterreise in manche Nachbarländer kann er aus Brasilien kommend aber verlangt werden. Das AA empfiehlt die Impfung, da es in den meisten Bundesstaaten einschließlich Rio de Janeiro, São Paulo, Brasília und der Iguaçu-Fälle ein hohes Gelbfieberrisiko sieht.

Gelbfieber-Übertragungsgebiet laut WHO: in Teilen des Landes

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Für bestimmte Regionen abhängig von der Reiseroute
Gelbfieber für die vom AA genannten Risikogebiete, die einen Großteil der Bundesstaaten umfassen
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Tollwut Übertragung vor allem durch Hunde, Impfstoffe in Großstädten meist erhältlich, Engpässe möglich
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Regional unterschiedlich

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein regional unterschiedliches Risiko: hoch im Amazonasbecken, mittel in Teilen von Amapá, Pará, Rondônia und Mato Grosso, gering in den übrigen Landesteilen einschließlich Pantanal und Iguaçu-Fällen. Städte wie Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, Recife und Brasília gelten als malariafrei. Achten Sie auf konsequenten Mückenschutz und besprechen Sie eine Prophylaxe für Reisen ins Amazonasgebiet ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Denguefieber kann ganzjährig im ganzen Land auftreten, eine Impfung ist verfügbar und sollte individuell besprochen werden.
  • Auch Chikungunya-Fieber kommt landesweit vor, das AA verweist auf eine verfügbare Impfung nach persönlicher Beratung.
  • Zika- und Oropouche-Viren werden ebenfalls übertragen, was vor allem für Schwangere wichtig ist.
  • Das AA rät wegen Schistosomiasis vom Baden in Binnengewässern ab, auch in fließenden Gewässern.
  • In großen Städten kann die Luftverschmutzung zu Beschwerden führen.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für Brasilien ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt (AA) empfiehlt Impfungen gegen Hepatitis A und Gelbfieber, denn in den meisten Bundesstaaten einschließlich Rio de Janeiro, São Paulo, Brasília und der Iguaçu-Fälle besteht ein hohes Gelbfieberrisiko. Malaria spielt vor allem im Amazonasbecken eine Rolle, Dengue und andere von Mücken übertragene Viren kommen landesweit vor. Welche weiteren Impfungen sinnvoll sind, hängt von Route, Dauer und Reisestil ab.

Einreise: Gelbfieber-Nachweis und Weiterreise

Wer direkt aus Deutschland nach Brasilien fliegt, muss keinen Impfnachweis vorlegen. Anders kann es bei der Weiterreise aussehen: Laut AA kann bei der Einreise in bestimmte Drittstaaten ein Gelbfieber-Nachweis verlangt werden, wenn Sie aus Brasilien kommen. Das AA beobachtet zudem, dass Länder in Süd- und Mittelamerika verstärkt kontrollieren und ihre Einreisebestimmungen ändern. Prüfen Sie deshalb die Regeln aller Länder auf Ihrer Route, auch bei Umstiegen, etwa wenn Sie Brasilien mit Peru oder Kolumbien kombinieren.

Die Gelbfieberimpfung erhalten Sie in Deutschland nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen. Die Bescheinigung im Internationalen Impfausweis gilt nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO ab dem zehnten Tag nach der Impfung und dann lebenslang. Ob bei einer lange zurückliegenden Impfung eine Auffrischung sinnvoll ist, klärt die Impfstelle. Hintergründe finden Sie im Ratgeber Gelbfieberimpfung.

Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt

Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Empfehlungen zusammen. Hier die Einordnung:

  • Für alle Reisenden: Hepatitis A.
  • Gelbfieber: vom AA empfohlen. Als Gebiete mit hohem Risiko nennt es Acre, Amapá, Amazonas, den Distrito Federal mit Brasília, Espírito Santo, Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Paraná, Piauí, Rio de Janeiro, Rio Grande do Sul, Rondônia, Roraima, Santa Catarina, São Paulo, Tocantins, bestimmte Teile von Bahia sowie die Iguaçu-Fälle.
  • Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Tollwut, Dengue und Chikungunya.
  • Standardimpfungen: Prüfen Sie Ihre Impfungen nach dem STIKO-Impfkalender. Das AA hebt den Masernschutz hervor, weil es in den letzten Jahren vereinzelt Ausbrüche gab.

Zur Dengue-Impfung gilt in Deutschland: Die STIKO empfiehlt sie nur Personen, die nachweislich schon einmal eine Dengue-Infektion hatten. Ob das bei Ihnen zutrifft und ob eine Impfung gegen Chikungunya für Ihre Reise sinnvoll ist, klären Sie in der reisemedizinischen Beratung.

Malaria: Wo das Risiko liegt

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein regional sehr unterschiedliches Malariarisiko. Rund vier Fünftel der Fälle sind Malaria tertiana, knapp ein Fünftel entfällt auf die gefährlichere Malaria tropica und Mischinfektionen.

Risiko Gebiete laut AA
Hoch Amazonasbecken, etwa Teile von Acre, Amapá, Amazonas, Roraima und Pará
Mittel große Teile von Amapá, Pará und Rondônia, Westen von Mato Grosso, Stadtzentren von Boa Vista und Porto Velho, Flusskreuzfahrten mit Übernachtung an Bord
Gering übrige Landesteile einschließlich Pantanal, Iguaçu-Fälle und der Stadtzentren von Manaus, Santarém und Macapá
Malariafrei Brasília, Curitiba, Fortaleza, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Salvador, São Paulo und Vitória

In Gebieten mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich zum Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Für Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt liegen, empfiehlt es, Medikamente zur notfallmäßigen Selbstbehandlung mitzunehmen. Welche Mittel für Sie in Frage kommen, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Grundlagen erklärt der Ratgeber Malaria-Schutz.

Dengue, Zika und weitere Risiken durch Insekten

Laut AA können landesweit und ganzjährig Chikungunya, Dengue, Oropouche-Fieber, West-Nil-Fieber und Zika auftreten, außerdem Leishmaniose, vor allem in ländlichen Regionen im Norden und Nordosten. Zika und Oropouche sind besonders in der Schwangerschaft relevant. Schützen Sie sich tagsüber und nachts: lange, helle Kleidung, Mückenschutzmittel und nachts ein Bettnetz. Praktische Tipps finden Sie im Ratgeber Dengue und Mückenschutz.

Die Chagas-Krankheit wird über Raubwanzen und über verunreinigte, nicht industriell hergestellte Frucht- und Zuckerrohrsäfte übertragen, das AA nennt ausdrücklich auch Açaí-Saft. In einfachen Unterkünften auf dem Land schützt ein Bettnetz. Im Bundesstaat São Paulo treten vereinzelt durch Zecken übertragene Fleckfieber-Erkrankungen auf, suchen Sie Ihren Körper nach Aufenthalten in der Natur sorgfältig ab.

Was von der Reiseart abhängt

Reiseart Worauf es besonders ankommt
Städtereise Rio de Janeiro, São Paulo Gelbfieber laut AA empfohlen, malariafrei, Dengue, Luftverschmutzung
Badeurlaub im Nordosten Fortaleza und Recife malariafrei, Ceará und Pernambuco nicht in der AA-Liste der Gelbfiebergebiete, Strandhygiene
Amazonas, Lodge, Flusskreuzfahrt Gelbfieber, mittleres bis hohes Malariarisiko, Giftschlangen, Süßwasser meiden
Pantanal, Iguaçu-Fälle Gelbfieberrisiko, geringes Malariarisiko, Zecken und Insekten
Backpacking, Langzeitaufenthalt Hepatitis B, Tollwut, Chagas in einfachen Unterkünften, Bettnetz

Viele Reisen verbinden mehrere dieser Bausteine. Entscheidend für die Vorsorge ist der Teil der Route mit dem höchsten Risiko.

Hygiene, Wasser und Tiere

Reisedurchfall sowie Hepatitis A und E treten laut AA auch bei Reisenden auf. Achten Sie auf sicheres Trinkwasser, gut gegarte Speisen und Händehygiene. Verzichten Sie auf selbst gebrannten Alkohol unbekannter Herkunft, denn das AA warnt vor Methanolvergiftungen. Wegen Schistosomiasis rät das AA vom Baden in Binnengewässern ab, auch in fließenden. Stehende oder langsam fließende Gewässer können zudem mit Nagetier-Urin verunreinigt sein und Leptospirose übertragen. Meiden Sie Strände, die auch von Tieren genutzt werden.

Tollwut wird vor allem über Hunde übertragen. Impfstoffe und Immunglobuline sind laut AA in Großstädten in der Regel verfügbar, Engpässe sind aber möglich. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde gründlich mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Mehr dazu im Ratgeber Tollwut auf Reisen. Giftschlangen kommen vor allem im Amazonasbecken vor.

Medizinische Versorgung vor Ort

Private Kliniken in großen Städten arbeiten laut AA in der Regel auf gutem Niveau, sind aber teuer. Vor Aufnahme und Behandlung verlangen sie oft eine hohe Vorauszahlung in bar oder per Kreditkarte, unabhängig von einer Auslandskrankenversicherung. Der öffentliche Sektor ist im Schnitt schlechter ausgestattet, es kann zu langen Wartezeiten kommen, und auf dem Land nimmt die Qualität stark ab. Planbare Eingriffe sollten Sie in Europa durchführen lassen. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und schließen Sie eine Versicherung mit medizinischer Evakuierung ab.

Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Planen Sie die Impfberatung mit einigen Wochen Vorlauf. Nach den Empfehlungen von STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Einen ersten Überblick gibt Ihnen der Reiseimpf-Check, eine Praxis oder Gelbfieber-Impfstelle in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin. Für private Urlaubsreisen sind Reiseimpfungen keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkasse, manche Kassen übernehmen sie aber als freiwillige Satzungsleistung.

Häufige Fragen zu Brasilien

Brauche ich für Brasilien eine Gelbfieberimpfung?

Vorgeschrieben ist sie bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Das Auswärtige Amt empfiehlt sie aber, weil in den meisten Bundesstaaten einschließlich Rio de Janeiro, São Paulo, Brasília und der Iguaçu-Fälle ein hohes Gelbfieberrisiko besteht. Reisen Sie danach in andere Länder weiter, kann dort ein Nachweis verlangt werden.

Gibt es in Rio de Janeiro Malaria?

Nein, laut Auswärtigem Amt und DTG gelten Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, Recife, Fortaleza und weitere große Städte als malariafrei. Ein hohes Risiko besteht im Amazonasbecken, ein geringes unter anderem im Pantanal und an den Iguaçu-Fällen.

Welche Impfungen brauche ich für eine Amazonas-Reise?

Für das Amazonasgebiet sind vor allem Gelbfieber und Hepatitis A wichtig, dazu je nach Reise Hepatitis B und Tollwut. Wegen des hohen Malariarisikos sollten Sie außerdem eine medikamentöse Vorbeugung ärztlich besprechen.

Wann sollte ich mich vor einer Brasilien-Reise beraten lassen?

Möglichst früh, weil manche Impfungen Zeit brauchen. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Die Gelbfieberimpfung gibt es nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen.