Asien
Reiseimpfungen für Indien: Pflicht, Empfehlungen, Malaria und Tollwut
Für Indien gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Typhus, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Indien auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Reisende ab 9 Monaten, die aus einem Gelbfiebergebiet einreisen, müssen eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Malaria
Regional unterschiedlich
Unter 2.500 Metern besteht ganzjährig ein regional unterschiedliches Risiko: hoch in einem Gebiet in Chhattisgarh, mittel in Teilen des Ostens und Nordostens, gering im übrigen Land einschließlich Neu-Delhi, Mumbai, Kalkutta und Rajasthan. Höhenlagen ab 2.500 Metern in Himachal Pradesh, Jammu, Kashmir und Sikkim gelten als malariafrei. Nutzen Sie konsequent Mückenschutz und besprechen Sie Vorsorge oder Notfallmedikament je nach Route ärztlich.
Weitere Gesundheitshinweise
- Dengue tritt vor allem an den Küsten, aber auch in Städten und Höhenlagen bis etwa 1.500 Meter auf.
- Chikungunya wird besonders während und nach der Regenzeit in Küstengebieten und Großstädten übertragen.
- Landesweit besteht ein hohes Tollwutrisiko durch Bisse streunender Hunde, Katzen und selten Affen.
- In den Millionenstädten ist die Luft vor allem im Winter stark belastet, was Atemwegserkrankungen verschlechtern kann.
- Bei Trekking im Norden ist Höhenkrankheit möglich, und Rettungen aus Bergnot können sich deutlich verzögern.
- Vom Baden in Süßwasser rät das AA wegen seltener, aber schwerer Amöbeninfektionen und Schistosomiasis ab.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Indien ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus sowie einen aktuellen Schutz nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Je nach Reiseart kommen Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya hinzu. Malaria kommt unterhalb von 2.500 Metern landesweit vor, das Risiko ist in den meisten Reisegebieten gering.
Einreise: Gelbfieber nur bei bestimmten Routen
Indien ist laut WHO kein Gebiet mit Gelbfieber-Übertragung. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist, muss laut Auswärtigem Amt ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Das kann Reisende betreffen, die vorher in Teilen Afrikas oder Südamerikas unterwegs waren. Die WHO-Liste enthält für Indien zusätzlich Regelungen zum Transit. Wenn Ihre Route über ein Gelbfiebergebiet führt, klären Sie die aktuellen Vorgaben deshalb vor der Buchung und lassen sich bei einer zugelassenen Impfstelle beraten. Mehr dazu im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Indien reicht vom Hochgebirge bis zu tropischen Küsten, entsprechend unterschiedlich sind die Risiken. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt, was das Auswärtige Amt für alle Reisenden empfiehlt und was nur bei bestimmten Reisen.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Rundreise Rajasthan, Goldenes Dreieck | Hepatitis A, Typhus, Standardimpfungen, Tollwut je nach Reisestil |
| Städtereise Delhi oder Mumbai | Hepatitis A, Typhus, Luftbelastung im Winter |
| Badeurlaub Goa oder Kerala | Hepatitis A, Typhus, Mückenschutz gegen Dengue und Chikungunya |
| Trekking im Himalaya | Höhenmedizin, Tollwut, Versicherung mit Bergrettung |
| Langzeitaufenthalt oder Arbeit auf dem Land | Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis, gegebenenfalls Cholera |
Für alle Reisenden
Hepatitis A und Typhus werden über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen. Beide Impfungen empfiehlt das Auswärtige Amt für Indien grundsätzlich, bei Typhus besonders für längere Aufenthalte in ländlichen Gebieten. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen anhand des Impfpasses.
Je nach Reise und persönlichem Risiko
Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya nennt das Auswärtige Amt nach individueller Indikation. Für Japanische Enzephalitis besteht landesweit ein geringes Übertragungsrisiko, in Bihar und Assam treten Hirnentzündungen gehäuft auf. Eine Impfung gegen Cholera kommt nur für Menschen infrage, die längerfristig in Epidemiegebieten arbeiten, etwa im medizinischen Bereich oder in der Katastrophenhilfe. Die Dengue-Impfung empfiehlt die STIKO derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Was für Ihre Reise passt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Vorab hilft der Reiseimpf-Check.
Malaria: Risiko nach Region und Höhe
Laut Auswärtigem Amt und DTG besteht das Malariarisiko ganzjährig und unterscheidet sich stark:
- Hohes Risiko: ein Gebiet in Chhattisgarh unter 2.500 Metern.
- Mittleres Risiko: weitere Teilgebiete im Osten und Nordosten unter 2.500 Metern.
- Geringes Risiko: übriges Land unter 2.500 Metern, einschließlich Neu-Delhi, Mumbai, Kalkutta, Rajasthan, Andamanen und Nikobaren.
- Malariafrei: Höhenlagen ab 2.500 Metern in Himachal Pradesh, Jammu, Kashmir und Sikkim.
In Gebieten mit hohem Risiko ist laut Auswärtigem Amt zusätzlich zum Mückenschutz eine medikamentöse Vorbeugung sinnvoll, für abgelegene Gebiete mit mittlerem Risiko kann ein Notfallmedikament empfohlen sein. Die Auswahl gehört in ärztliche Hände. Details erklärt der Ratgeber Malaria.
Dengue, Chikungunya und weitere Risiken
Dengue tritt vor allem an den Küsten auf, aber auch in Städten und Höhenlagen bis etwa 1.500 Metern. Chikungunya wird besonders während und nach der Regenzeit in den Küstengebieten und Metropolen übertragen. Auch Leishmaniose, West-Nil-Fieber und Zika kommen vor. Schützen Sie sich tagsüber und nachts vor Mücken und nutzen Sie nachts ein Moskitonetz. Bei naturnahen Aufenthalten, vor allem in Gujarat, schützen Sie sich zusätzlich vor Zecken.
Außerdem weist das Auswärtige Amt auf diese Punkte hin:
- Süßwasser: Verzichten Sie auf Baden und Schwimmen in Seen, Flüssen und heißen Quellen, da dort seltene, aber schwere Amöbeninfektionen und Schistosomiasis vorkommen.
- Luftverschmutzung: In den Millionenstädten ist die Luft vor allem im Winter stark belastet, was Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlechtern kann.
- Höhe: Im Norden ist Höhenkrankheit möglich. Rettungen aus Bergnot erfolgen über das Militär und können sich um Tage verzögern.
Tollwut und Hygiene
Landesweit besteht ein hohes Tollwutrisiko durch Bisse streunender Hunde, Katzen und seltener Affen. Die nötige Behandlung nach einem Biss ist für Ungeimpfte außerhalb der Großstädte, auch auf Trekkingrouten, laut Auswärtigem Amt nicht gewährleistet. Gerade für Rundreisen abseits der Metropolen lohnt sich deshalb das Gespräch über eine Tollwutimpfung vor der Reise. Nach einem Biss waschen Sie die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Seife aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe, siehe Tollwut auf Reisen.
Reisedurchfälle sind häufig. Achten Sie auf Trinkwasser aus sicheren Quellen, gegarte Speisen und gründliches Händewaschen. Wegen wiederholter, örtlich begrenzter Ausbrüche des Nipah-Virus in Kerala und Westbengalen rät das Auswärtige Amt, möglicherweise verunreinigte Früchte und Palmsaft zu meiden.
Medizinische Versorgung vor Ort
In den großen Städten ist die Versorgung in privaten Kliniken meist auf hohem Niveau, vor Behandlungsbeginn wird dort oft eine erhebliche Anzahlung verlangt. In weiten Landesteilen ist die Versorgung bei Notfällen unzureichend, ein verlässliches Rettungswesen fehlt vielerorts. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung, bei Trekking mit Absicherung des Bergrisikos. Nehmen Sie eine gut ausgestattete Reiseapotheke mit, da landesweit viele Antibiotikaresistenzen auftreten.
Zeitplan vor der Abreise
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Da für Indien oft mehrere Impfungen zusammenkommen, planen Sie die Beratung früh ein. Für Kombinationsreisen mit Nepal oder Trekking über 2.300 Metern ist zusätzlich eine höhenmedizinische Beratung sinnvoll. Praxen mit reisemedizinischem Angebot finden Sie unter Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Indien
Brauche ich für Indien eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt müssen Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen. Bei Routen über Afrika oder Südamerika sollten Sie die aktuellen Vorgaben vor der Buchung prüfen.
Welche Impfungen sind für Indien wichtig?
Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Hepatitis A und Typhus sowie aktuelle Standardimpfungen, insbesondere gegen Masern. Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya werden nach individueller Abwägung besprochen.
Brauche ich für Rajasthan eine Malariaprophylaxe?
Für Rajasthan nennen Auswärtiges Amt und DTG ein geringes Malariarisiko, dort steht der konsequente Mückenschutz im Vordergrund. Ob für Ihre gesamte Route mehr nötig ist, besprechen Sie in einer reisemedizinischen Beratung.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Indien, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 14.10.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)