Asien
Reiseimpfungen für China: Pflicht, Empfehlungen und Risiken vor Ort
Für China gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
China auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)
Für die direkte Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von 9 Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Das AA nennt für China keine Malaria-Risikogebiete, und in der DTG-Ländertabelle 2026 ist China nicht als Malariagebiet aufgeführt. Mückenschutz ist wegen Dengue im Süden und Japanischer Enzephalitis dennoch sinnvoll.
Weitere Gesundheitshinweise
- Dengue kann in den südlichen Küstenregionen und Provinzen wie Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan und Yunnan übertragen werden.
- Vor allem entlang des Jangtse und in mehreren zentralen und östlichen Provinzen besteht beim Baden in Binnengewässern ein Risiko für Schistosomiasis.
- In den Ballungszentren ist die Luftverschmutzung besonders im Winter häufig hoch bis sehr hoch.
- Bei Reisen in große Höhen ist akute Höhenkrankheit möglich, planen Sie Zeit zur Anpassung ein.
- Meiden Sie Geflügelmärkte und Kontakt zu lebendem Geflügel.
- Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist endemisch und betrifft vor allem Kleinkinder, gute Händehygiene senkt das Risiko.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland nach China ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Je nach Reiseart, Region und Dauer kommen Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und FSME hinzu. Malaria-Risikogebiete nennt das Auswärtige Amt für China nicht, Mückenschutz ist wegen Dengue und Japanischer Enzephalitis trotzdem wichtig.
Einreise: Wann ein Gelbfieber-Nachweis nötig ist
China gehört laut WHO nicht zu den Gebieten mit Gelbfieber-Übertragung. Eine Nachweispflicht entsteht nur durch die Reiseroute: Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Das betrifft etwa Reisende, die vorher in Teilen Afrikas oder Südamerikas unterwegs waren. Wie die Impfung abläuft und wo Sie sie erhalten, erklärt der Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
China ist groß und reisemedizinisch sehr unterschiedlich. Viele Risiken, die das Auswärtige Amt nennt, betreffen vor allem ländliche Regionen. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt, welche Impfungen für alle Reisenden gelten und welche nur nach individueller Abwägung. Die folgende Einordnung hilft bei der Vorbereitung auf die Beratung.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Städtereise oder Geschäftsreise nach Peking, Shanghai oder Shenzhen | Hepatitis A, Standardimpfungen, Luftqualität |
| Klassische Rundreise mit Xi’an und Guilin | zusätzlich Japanische Enzephalitis und Tollwut je nach Aufenthalten auf dem Land |
| Badeurlaub auf Hainan | Hepatitis A, Mückenschutz gegen Dengue |
| Trekking im Hochland oder im Nordosten | Höhenanpassung, Zeckenschutz und FSME in Waldgebieten |
| Langzeitaufenthalt oder Studium | Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis besprechen |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen. Das Auswärtige Amt empfiehlt die Impfung für alle Chinareisenden. Prüfen Sie außerdem anhand Ihres Impfpasses die Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie und Masern. Hilfe dazu bietet der Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.
Je nach Reise und persönlichem Risiko
Nach individueller Indikation nennt das Auswärtige Amt Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und FSME. Das Risiko für Japanische Enzephalitis besteht vor allem in ländlichen Regionen, in Feuchtgebieten und in der Nähe von Reisanbau oder Schweinezucht. Die Hauptübertragungszeit liegt meist zwischen April und Oktober. FSME kommt vor allem in den Waldgebieten im Nordosten vor. Für Dengue und Chikungunya gibt es inzwischen ebenfalls Impfungen, die das Auswärtige Amt nach individueller Indikation erwähnt. Die STIKO empfiehlt die Dengue-Impfung derzeit nur Personen ab vier Jahren mit einer labordiagnostisch gesicherten früheren Dengue-Infektion. Eine erste Einschätzung für Ihre Route liefert der Reiseimpf-Check.
Malaria, Dengue und andere von Mücken übertragene Erkrankungen
Für China nennt das Auswärtige Amt keine Malaria-Risikogebiete, und in der Ländertabelle der DTG 2026 ist China nicht als Malariagebiet aufgeführt. Eine medikamentöse Vorbeugung steht deshalb für typische Reisen nicht im Vordergrund. Das ändert nichts daran, dass Mückenschutz in China eine Rolle spielt:
- Dengue kann in den südlichen Küstenregionen und in den Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan und Yunnan übertragen werden. In Hongkong traten sporadische Fälle auf.
- Chikungunya führte in den vergangenen Jahren vereinzelt zu Ausbrüchen, vor allem im Süden.
- Japanische Enzephalitis kommt in den meisten Provinzen vor, am häufigsten im Osten und Südwesten.
Das Auswärtige Amt rät, sich tagsüber und nachts konsequent vor Mückenstichen zu schützen, mit Mückenschutzmitteln, geeigneter Kleidung und nachts mit einem Bettnetz. Mehr dazu im Ratgeber Dengue und Mückenschutz.
Hygiene, Tierkontakt und Wasser
Reisedurchfall ist häufig, auch Hepatitis A und E kommen bei Reisenden vor. Laut Auswärtigem Amt gibt es in China multiresistente Salmonellen. Achten Sie auf sicheres Trinkwasser, gut durchgegarte Speisen und regelmäßiges Händewaschen.
Tollwut wird in China vorrangig durch Hunde übertragen. Die Fallzahlen sind in ländlichen und südlichen Provinzen wie Guangxi, Guizhou, Guangdong, Sichuan und Hunan höher. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Da Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline vor Ort nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich sein können, lohnt sich die Beratung vor der Reise, siehe Tollwut auf Reisen.
Weitere Hinweise des Auswärtigen Amts:
- Vogelgrippe: Meiden Sie Geflügelmärkte und den Kontakt zu lebendem Geflügel, essen Sie Geflügel nur gut durchgegart.
- Schistosomiasis: Entlang des Jangtse und in mehreren zentralen und östlichen Provinzen besteht beim Baden in Süßwasser ein Risiko. Verzichten Sie auf das Baden in Binnengewässern.
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Sie ist endemisch und betrifft vor allem Kleinkinder, gute Händehygiene senkt das Risiko.
Luft, Höhe und Sonne
In den Ballungszentren ist die Luftverschmutzung besonders im Winter häufig hoch bis sehr hoch. Wer empfindliche Atemwege hat, sollte sich vorab über aktuelle Luftwerte informieren. Bei Reisen in große Höhen, etwa auf Trekkingtouren, reicht die Zeit oft nicht für eine stufenweise Anpassung, akute Höhenkrankheit ist dann möglich. Planen Sie Ruhetage ein und besprechen Sie Höhenaufenthalte bei der Beratung.
Medizinische Versorgung vor Ort
In China gibt es kein System niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, die Versorgung läuft über Krankenhäuser. In großen Städten sind Kliniken laut Auswärtigem Amt teils sehr modern ausgestattet, auf dem Land kann die Versorgung sehr einfach sein. Die größte Hürde ist oft die Sprache, da Englisch sprechendes Personal selten ist. Eine Übersetzungshilfe ist deshalb nützlich. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und lassen Sie sich deren Notwendigkeit bei Bedarf ärztlich auf Englisch bescheinigen.
Wann Sie die Beratung einplanen sollten
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Manche Impfungen bestehen aus mehreren Terminen, deshalb lohnt sich ein früher Termin, vor allem bei längeren Aufenthalten oder Kombinationsreisen mit Japan oder Südostasien. Eine Praxis mit reisemedizinischem Schwerpunkt finden Sie im Verzeichnis Reisemedizin.
Häufige Fragen zu China
Brauche ich für China eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt müssen Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nur dann nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren.
Welche Impfungen sind für eine Rundreise durch China sinnvoll?
Für alle Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach STIKO, insbesondere gegen Masern. Wer viel auf dem Land unterwegs ist oder länger bleibt, sollte Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis ärztlich besprechen.
Gibt es in China Malaria?
Das Auswärtige Amt nennt für China keine Malaria-Risikogebiete, und in der Ländertabelle der DTG 2026 ist China nicht aufgeführt. Mückenschutz ist trotzdem sinnvoll, weil im Süden Dengue und in vielen Provinzen Japanische Enzephalitis vorkommen.
Quellen
- Auswärtiges Amt: China, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 25.09.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)