Asien
Reiseimpfungen für die Malediven: Empfehlungen, Dengue und Tauchmedizin
Für Malediven gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Vorgeschrieben ist je nach Situation Polio (Kinderlähmung). Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Malediven auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)
Für die direkte Einreise aus Deutschland ist kein Nachweis nötig. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, muss laut AA ab einem Alter von neun Monaten eine Impfung nachweisen. Die Malediven selbst sind kein Gelbfiebergebiet.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Laut AA gibt es auf den Malediven keine endemische Malaria. Ein konsequenter Mückenschutz ist trotzdem sinnvoll, da Dengue, Chikungunya und Zika übertragen werden.
Weitere Gesundheitshinweise
- Seit Anfang 2026 werden laut AA vermehrt Denguefälle gemeldet, zu einer Impfung sollten Sie sich individuell beraten lassen.
- Bei schwangeren Touristinnen wurden in den letzten Jahren vereinzelt Zika-Infektionen nachgewiesen.
- Chikungunya-Fieber wird von tagaktiven Mücken übertragen.
- Die intensive Sonne in Äquatornähe und gefährliche Meeresströmungen werden laut AA häufig unterschätzt.
- Druckkammern gibt es nur auf wenigen Resortinseln, lassen Sie sich vor einem Tauchurlaub tauchmedizinisch untersuchen.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für die Malediven ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt als Reiseimpfung Hepatitis A sowie aktuelle Standardimpfungen, besonders gegen Masern. Malaria gibt es nicht, wohl aber Dengue, das seit Anfang 2026 vermehrt gemeldet wird, sowie Zika und Chikungunya. Für einen typischen Resorturlaub ist der Aufwand daher überschaubar, Mückenschutz und Tauchmedizin verdienen aber Aufmerksamkeit.
Einreise: Gelbfieber und Polio nur in besonderen Fällen
Wer direkt aus Deutschland anreist, braucht laut Auswärtigem Amt (AA) keinen Impfnachweis. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, muss ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Die Malediven selbst sind kein Gelbfiebergebiet.
Eine Besonderheit betrifft Polio: Bei Einreise aus einem Land mit Poliovorkommen oder bei Ausreise in ein solches Land verlangen die Malediven laut AA einen Nachweis der Polioimpfung, ebenso im Zusammenhang mit einer Hadsch-Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien. Für eine reine Urlaubsreise ab Deutschland spielt das in der Regel keine Rolle. Kombinieren Sie die Malediven aber mit anderen Zielen, etwa Sri Lanka oder Ländern in Afrika und Asien, lassen Sie die Regeln für Ihre gesamte Route prüfen. Tragen Sie Ihre Impfungen in den Internationalen Impfausweis ein und nehmen Sie ihn mit.
Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt
Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Empfehlungen zusammen. Zur Einordnung:
- Für alle Reisenden: Hepatitis A.
- Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition: Chikungunya, Dengue, Hepatitis B und Typhus. Das betrifft eher Reisende, die länger bleiben, auf bewohnten Inseln leben oder arbeiten oder einfach reisen.
- Standardimpfungen: Halten Sie die Impfungen nach STIKO-Kalender aktuell. Das AA hebt den Schutz gegen Masern besonders hervor. Welche Standardimpfungen Erwachsene brauchen, erklärt der Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.
Zur Dengue-Impfung: Die STIKO empfiehlt sie nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Für alle anderen bleibt der Mückenschutz die wichtigste Maßnahme.
Dengue, Zika und Chikungunya: Mückenschutz am Tag
Laut AA gibt es auf den Malediven keine endemische Malaria. Die relevanten Erreger übertragen hier tagaktive Aedes-Mücken. Dengue tritt landesweit vor allem während und kurz nach der Regenzeit auf, seit Anfang Januar 2026 werden vermehrt Fälle gemeldet. Die Erkrankung äußert sich meist mit Fieber, Hautausschlag und starken Gliederschmerzen, Komplikationen sind bei Reisenden laut AA selten. Eine vorbeugende Tablette oder eine spezifische Behandlung gibt es nicht.
Chikungunya verursacht hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltende Gelenkschmerzen. Zika kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen, laut AA wurden in den letzten Jahren vereinzelt Infektionen bei schwangeren Touristinnen nachgewiesen. Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, besprechen Sie die Reise vorab ärztlich.
Schützen Sie sich vor allem tagsüber und in der Dämmerung: helle, körperbedeckende Kleidung, wiederholt Mückenschutzmittel auf alle freien Hautstellen, bei Bedarf ein imprägniertes Moskitonetz. Ausführliche Tipps gibt der Ratgeber Dengue und Mückenschutz. Fieber nach der Rückkehr sollten Sie ärztlich abklären lassen und die Reise erwähnen.
Was von der Reiseart abhängt
| Reiseart | Worauf es besonders ankommt |
|---|---|
| Resorturlaub | Mückenschutz tagsüber, Sonne, Strömungen beim Schwimmen |
| Tauchurlaub | tauchmedizinische Untersuchung vor der Reise, nur wenige Druckkammern |
| Bewohnte Inseln, Guesthouses | Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, Mückenschutz besonders wichtig |
| Langzeitaufenthalt, Arbeit | Chikungunya, Dengue, Hepatitis B und Typhus in der Beratung ansprechen |
| Schwangerschaft | Zika-Empfehlungen des AA beachten, Reise ärztlich besprechen |
Sonne, Meer und Hygiene
Die intensive Sonne in Äquatornähe, vor allem zur Mittagszeit, und gefährliche Meeresströmungen werden laut AA häufig unterschätzt. Achten Sie auf guten Sonnenschutz und ausreichendes Trinken, besonders bei Kindern und älteren Menschen, und beachten Sie Warnungen zu Strömungen. Unfälle mit Quallen, Giftfischen, Wasserschlangen oder Haien sind laut AA selten. An Stränden, die mit Tierkot verunreinigt sind, besteht ein Risiko für parasitäre Hauterkrankungen.
Das AA rät, nur Wasser sicheren Ursprungs zu trinken und kein Leitungswasser. Nutzen Sie möglichst auch zum Zähneputzen Trinkwasser und waschen Sie sich vor dem Essen die Hände. Auf diese Weise lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden.
Medizinische Versorgung und Tauchen
Die medizinische Versorgung ist laut AA eingeschränkt und entspricht in vielen Fachbereichen nicht europäischem Standard, auch in den beiden Krankenhäusern in Malé. Bei schweren Erkrankungen oder Unfällen ist meist eine Evakuierung nötig, etwa nach Indien oder Sri Lanka. Schließen Sie deshalb eine Auslandsreisekranken- und Rückholversicherung ab. Nehmen Sie regelmäßig benötigte Medikamente in ausreichender Menge mit und lassen Sie sich deren Notwendigkeit auf Englisch ärztlich bescheinigen. Was sonst in die Reiseapotheke gehört, lesen Sie im Ratgeber.
Druckkammern gibt es laut AA derzeit nur auf wenigen Resortinseln. Lassen Sie sich vor einem Tauchurlaub tauchmedizinisch beraten und untersuchen.
Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten
Auch für die Malediven lohnt eine Beratung einige Wochen vor der Reise, vor allem um den Impfpass zu prüfen. Nach STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Einen ersten Überblick gibt der Reiseimpf-Check, eine reisemedizinische Praxis in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Malediven
Brauche ich für die Malediven Impfungen?
Vorgeschrieben ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung. Das Auswärtige Amt empfiehlt als Reiseimpfung Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen, besonders gegen Masern. Bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition kommen weitere Impfungen in Betracht.
Gibt es auf den Malediven Malaria?
Nein. Laut Auswärtigem Amt gibt es auf den Malediven keine endemische Malaria. Mückenschutz bleibt trotzdem wichtig, weil Dengue, Chikungunya und Zika übertragen werden.
Ist Dengue auf den Malediven ein Thema?
Ja. Seit Anfang Januar 2026 werden laut AA vermehrt Denguefälle gemeldet. Schützen Sie sich vor allem tagsüber und in der Dämmerung vor Mückenstichen. Ob eine Impfung für Sie in Frage kommt, klären Sie in der reisemedizinischen Beratung.
Was sollten Schwangere vor einer Malediven-Reise beachten?
Laut AA kam es in den letzten Jahren vereinzelt zu Zika-Infektionen bei schwangeren Touristinnen. Zika kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen. Besprechen Sie die Reise deshalb vorab ärztlich.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Malediven, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand 2026-10)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022-11)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Empfehlungen von STIKO und DTG zu Reiseimpfungen (Stand 2026-07)