Dengue, Chikungunya, Zika: Mückenschutz auf Reisen

Redaktion promovax.eu · Stand 20. Oktober 2026 · Quellen siehe unten

Dengue, Chikungunya und Zika werden von Aedes-Mücken übertragen, die vor allem tagsüber stechen und in tropischen und subtropischen Städten besonders häufig sind. Der wichtigste Schutz ist deshalb konsequenter Mückenschutz am ganzen Tag, nicht nur am Abend. Impfungen spielen nur eine Nebenrolle: Die STIKO empfiehlt die Dengue-Impfung nur nach einer bereits durchgemachten Dengue-Infektion, die Chikungunya-Impfung nur in bestimmten Situationen, und gegen Zika gibt es keine Impfung.

Drei Krankheiten, ein Überträger

Alle drei Viren werden vor allem von der Gelbfiebermücke Aedes aegypti übertragen, regional auch von der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus. Laut STIKO und DTG sind diese Mücken tag-, aber auch nachtaktiv und brüten in kleinen Wasseransammlungen in der Nähe von Häusern, etwa in Blumentöpfen, Dosen oder alten Reifen. Das Risiko steigt während und nach der Regenzeit und bei Ausbrüchen.

Dengue Chikungunya Zika
Typische Beschwerden plötzliches hohes Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag hohes Fieber, starke Gelenkschmerzen, Hautausschlag meist mild oder ohne Beschwerden, Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung
Zeit bis zu ersten Beschwerden (AA) in der Regel 3 bis 14 Tage etwa 2 bis 12 Tage 3 bis 14 Tage
Besondere Risiken schwere Verläufe vor allem bei einer zweiten Infektion Gelenkschmerzen können Monate anhalten Fehlbildungen beim Kind bei Infektion in der Schwangerschaft
Impfung laut STIKO nur nach früherer, gesicherter Dengue-Infektion für bestimmte Reisende ab 12 Jahren keine Impfung verfügbar

Dengue

Laut WHO ist etwa die Hälfte der Weltbevölkerung einem Dengue-Risiko ausgesetzt, geschätzt kommt es jedes Jahr zu 100 bis 400 Millionen Infektionen. Laut STIKO und DTG ist Dengue in Deutschland die Hauptursache für fieberhafte Erkrankungen bei Reiserückkehrenden aus Südostasien, Lateinamerika und der Karibik. Die gemeldeten Fälle unter Reisenden stiegen von 288 im Jahr 2011 auf 1.717 im Jahr 2024. Die meisten Infektionen verlaufen mild, schwere Verläufe und Todesfälle sind bei Reisenden sehr selten. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

Chikungunya

Chikungunya ist laut Auswärtigem Amt in tropischen und subtropischen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas verbreitet und wurde auch schon in Südeuropa festgestellt. Schwere Verläufe sind selten, die Genesung kann sich aber über Monate hinziehen.

Zika

Zika verläuft meist ohne oder mit milden Beschwerden. Gefährlich ist eine Infektion in der Schwangerschaft, weil sie zu Fehlbildungen beim Kind führen kann. Das Virus kann außerdem sexuell übertragen werden. Es gibt weder eine Impfung noch eine medikamentöse Vorbeugung.

So schützen Sie sich vor Mückenstichen

Weil Aedes-Mücken tagsüber und in Städten stechen, reicht Mückenschutz am Abend nicht aus. Diese Maßnahmen empfehlen Auswärtiges Amt, STIKO und DTG:

  • Mückenschutzmittel auf alle freien Hautstellen auftragen, vor allem an Knöcheln und Nacken. Als am besten untersucht gelten Mittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin. Erneuern Sie den Schutz nach Packungsangabe, bei Schwitzen und nach dem Baden öfter. Bei Kindern, Schwangeren und Stillenden die Hinweise des Produkts beachten.
  • Erst Sonnenschutz, dann Mückenschutz. Lassen Sie die Sonnencreme einziehen und tragen Sie das Mückenschutzmittel danach auf.
  • Lange, helle Kleidung auch tagsüber, ideal mit Insektizid imprägniert. Den Übergang zur Haut zusätzlich einreiben.
  • Moskitonetz auch für den Mittagsschlaf oder bei Kleinkindern am Tag nutzen.
  • Klimatisierte Räume und Fliegengitter verringern Stiche.
  • Vorrat mitnehmen, denn im Reiseland sind wirksame Mittel nicht immer erhältlich.

Nicht wirksam sind laut Auswärtigem Amt Repellent-Armbänder, Ultraschallgeräte, UV-Lichtfallen, Knoblauch und Vitamin-Präparate. In Malariagebieten gelten zusätzlich die Hinweise im Ratgeber Malaria.

Impfungen: für wen sie infrage kommen

Dengue: Die STIKO empfiehlt die Impfung als Reiseimpfung nur Personen ab 4 Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten und in ein Dengue-Gebiet mit erhöhtem Risiko reisen, etwa bei längerem Aufenthalt oder einem aktuellen Ausbruch. Für Menschen ohne frühere Infektion spricht sie wegen der begrenzten Datenlage derzeit keine allgemeine Empfehlung aus. In der Stillzeit ist die Impfung laut STIKO nicht geeignet.

Chikungunya: Die STIKO empfiehlt eine Reiseimpfung für Personen ab 12 Jahren, die in ein Gebiet mit aktuellem Ausbruch reisen, sowie für Menschen ab 12 Jahren mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder langwierigen Verlauf, etwa ab 60 Jahren oder mit schwerer Grunderkrankung, die länger als vier Wochen oder wiederholt in Endemiegebiete reisen.

Ob eine dieser Impfungen für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung. Eine erste Einschätzung bietet der Reiseimpf-Check.

Zika, Schwangerschaft und Kinderwunsch

Das Auswärtige Amt rät Schwangeren, Reisen während Zika-Ausbrüchen kritisch abzuwägen und vermeidbare Reisen zu verschieben. Paare mit Kinderwunsch sollten die Risiken vor der Reiseplanung abwägen und sich reise- oder tropenmedizinisch beraten lassen. Weil das Virus sexuell übertragen werden kann, empfiehlt das Auswärtige Amt nach der Rückkehr aus einem Zika-Gebiet Kondome oder Verzicht auf Geschlechtsverkehr, bei Frauen für zwei Monate, bei Männern für drei Monate, und bei schwangeren Partnerinnen für die gesamte Schwangerschaft.

Wo besonders aufpassen

Dengue, Chikungunya und Zika kommen in vielen beliebten Fernreisezielen vor. Hinweise zu einzelnen Ländern finden Sie auf unseren Länderseiten, etwa für Thailand, Brasilien oder Sri Lanka. Aktuelle Ausbrüche meldet das Auswärtige Amt in den Reise- und Sicherheitshinweisen.

Bei Fieber und nach der Rückkehr

Bekommen Sie während oder nach der Reise Fieber, lassen Sie sich ärztlich untersuchen und erwähnen Sie die Reise. Laut Auswärtigem Amt sollte bei Dengue-Verdacht immer auch eine Malaria ausgeschlossen werden. Wichtig sind ausreichendes Trinken und der Verzicht auf blutverdünnende Schmerzmittel. Welche Mittel geeignet sind, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, siehe auch Ratgeber Reiseapotheke.

Ein Punkt wird oft vergessen: STIKO und DTG empfehlen, nach der Rückkehr aus Gebieten mit Dengue, Chikungunya oder Zika während der hiesigen Mückensaison von Sommer bis Frühherbst noch 14 Tage lang konsequenten Mückenschutz zu verwenden, auch ohne Beschwerden. Die Asiatische Tigermücke ist inzwischen auch in Teilen Deutschlands verbreitet, und so lässt sich verhindern, dass sich die Viren hier weiterverbreiten.

Häufige Fragen

Sollte ich mich vor einer Thailand- oder Brasilienreise gegen Dengue impfen lassen?

Für die meisten Reisenden nicht. Die STIKO empfiehlt die Dengue-Impfung derzeit nur Personen ab 4 Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten und ein erhöhtes Risiko vor Ort haben, etwa bei längerem Aufenthalt oder einem Ausbruch. Für alle anderen spricht sie wegen der begrenzten Datenlage keine allgemeine Empfehlung aus.

Warum reicht Mückenschutz am Abend gegen Dengue nicht?

Weil die Überträger von Dengue, Chikungunya und Zika vor allem tagsüber stechen. Laut STIKO und DTG sind sie tag-, aber auch nachtaktiv. Schützen Sie sich deshalb rund um die Uhr, auch in Städten.

Was tun bei Fieber nach einer Reise in ein Dengue-Gebiet?

Lassen Sie sich ärztlich untersuchen und erwähnen Sie die Reise. Laut Auswärtigem Amt sollte immer auch eine Malaria ausgeschlossen werden. Trinken Sie ausreichend und nehmen Sie Schmerz- oder Fiebermittel nur nach ärztlicher oder apothekerlicher Rücksprache, weil blutverdünnende Mittel bei Dengue ungeeignet sind.