Asien
Reiseimpfungen für Sri Lanka: Pflicht, Empfehlungen und Dengue
Für Sri Lanka gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Sri Lanka auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von 9 Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Das AA nennt für Sri Lanka kein Malariarisiko, und in der DTG-Ländertabelle 2026 ist das Land nicht als Malariagebiet aufgeführt. Ein guter Mückenschutz bleibt wegen Dengue und Chikungunya dennoch wichtig.
Weitere Gesundheitshinweise
- 2026 wurden über 70.000 Denguefälle gemeldet, die Behörden warnen vor einer Überlastung der Gesundheitseinrichtungen; lassen Sie sich zur Impfung beraten.
- Auch Chikungunya, Leishmaniose und lymphatische Filariosen werden durch Mücken übertragen.
- Reisedurchfall ist häufig, Hepatitis A und E sowie Typhus kommen auch bei Reisenden vor.
- In großen Städten kann die Luftverschmutzung gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Sri Lanka ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Je nach Reiseart kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya in Betracht. Ein Malariarisiko nennen weder das Auswärtige Amt noch die DTG, Dengue ist 2026 dagegen stark verbreitet.
Einreise: Gelbfieber nur nach bestimmten Routen
Sri Lanka gehört laut WHO nicht zu den Gebieten mit Gelbfieber-Übertragung. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten hat, muss laut Auswärtigem Amt ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Für einen Urlaub mit Flug aus Deutschland ist das meist nicht relevant, wohl aber für Rundreisen mit Stationen in Afrika oder Südamerika. Mehr dazu im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Sri Lanka verbindet Kulturrundreisen zu Tempeln und Teeplantagen im Hochland mit Badeurlaub an der Süd- und Westküste und Safaris in Nationalparks. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt, was das Auswärtige Amt für alle und was es nur nach individueller Abwägung empfiehlt.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Badeurlaub an der Süd- oder Westküste | Hepatitis A, Standardimpfungen, Mückenschutz gegen Dengue |
| Kulturrundreise Kandy, Sigiriya, Hochland | Hepatitis A, Typhus, Tollwut je nach Reisestil |
| Safari in Nationalparks | Mückenschutz, Japanische Enzephalitis bei ländlichen Aufenthalten |
| Backpacking oder Langzeitaufenthalt | Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue |
| Tauchurlaub | tauchmedizinische Untersuchung vor Reiseantritt |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für jede Sri-Lanka-Reise empfohlen. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen anhand Ihres Impfpasses, insbesondere Masern.
Je nach Reise und persönlichem Risiko
Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya nennt das Auswärtige Amt nach individueller Indikation. Für Japanische Enzephalitis besteht ein geringes Übertragungsrisiko in ländlichen Gebieten unter 1.000 Metern, vor allem im November und Dezember. Ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Eine erste Einschätzung bietet der Reiseimpf-Check.
Dengue 2026: das wichtigste Thema
Im Jahr 2026 wurden in Sri Lanka laut Auswärtigem Amt mehr als 70.000 Denguefälle gemeldet. Die Gesundheitsbehörden warnen vor einer möglichen Überlastung der Gesundheitseinrichtungen. Dengue wird von tagaktiven Mücken übertragen, deshalb ist ein konsequenter Mückenschutz am Tag besonders wichtig:
- Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel, auch tagsüber und im Hotel.
- Tragen Sie lange, helle Kleidung, vor allem bei Ausflügen und in der Dämmerung.
- Schlafen Sie unter einem Moskitonetz, wenn die Unterkunft nicht mückensicher ist.
Das Auswärtige Amt rät außerdem, sich zu einer Dengue-Impfung beraten zu lassen. Die STIKO empfiehlt diese Impfung derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten und ein erhöhtes Risiko vor Ort haben. Für alle anderen spricht sie wegen der begrenzten Datenlage keine allgemeine Empfehlung aus. Da die Impfserie vor der Abreise abgeschlossen sein soll, braucht sie einen deutlich längeren Vorlauf als andere Reiseimpfungen. Mehr im Ratgeber Dengue, Chikungunya, Zika.
Auch Chikungunya, Leishmaniose und lymphatische Filariosen werden in Sri Lanka durch Mücken übertragen.
Malaria
Die Seite des Auswärtigen Amtes enthält für Sri Lanka keinen Malaria-Abschnitt, und in der DTG-Ländertabelle 2026 ist Sri Lanka nicht aufgeführt. Für nicht aufgeführte Länder ist laut DTG kein Malariarisiko bekannt oder gemeldet, einzelne Fälle können aber vorkommen. Eine medikamentöse Malariavorbeugung sieht die DTG-Tabelle für Sri Lanka deshalb nicht vor. Wenn Sie nach der Reise Fieber bekommen, erwähnen Sie den Aufenthalt trotzdem immer.
Hygiene und Tierkontakt
Reisedurchfall ist häufig, Hepatitis A und E sowie Typhus kommen auch bei Reisenden vor. Achten Sie auf sichere Getränke, gegarte Speisen und regelmäßiges Händewaschen. Tollwut wird in Sri Lanka vor allem durch Hunde und Affen übertragen. Meiden Sie den Kontakt zu Tieren, auch wenn sie zutraulich wirken. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Seife aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline sind laut Auswärtigem Amt vor Ort teils nur begrenzt erhältlich, siehe Tollwut auf Reisen.
Weitere Hinweise des Auswärtigen Amtes: In großen Städten kann die Luftverschmutzung Beschwerden verursachen, die Sonneneinstrahlung ist intensiv, und Strände, die auch von Tieren genutzt werden, bergen ein Risiko für parasitäre Hauterkrankungen.
Medizinische Versorgung vor Ort
In den großen Städten und Tourismuszentren ist die Versorgung laut Auswärtigem Amt meist ausreichend bis gut, in Colombo in einzelnen Fachbereichen auch auf hohem Niveau. Nach der Wirtschaftskrise sind Lieferengpässe noch nicht vollständig behoben: Besonders in ländlichen Gebieten und staatlichen Einrichtungen sind nicht immer alle Medikamente erhältlich. Packen Sie deshalb eine vollständige Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente in ausreichender Menge ein. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung.
Zeitplan vor der Abreise
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Wer eine Dengue-Impfung in Betracht zieht, sollte die Beratung mehrere Monate vorher einplanen. Wenn Sie Sri Lanka mit Indien oder den Malediven kombinieren, besprechen Sie die gesamte Route. Praxen mit reisemedizinischem Angebot finden Sie unter Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Sri Lanka
Brauche ich für Sri Lanka eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt müssen Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nur nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren.
Gibt es in Sri Lanka Malaria?
Das Auswärtige Amt nennt für Sri Lanka kein Malariarisiko, und in der DTG-Ländertabelle 2026 ist das Land nicht aufgeführt. Laut DTG können in nicht aufgeführten Ländern einzelne Fälle vorkommen, Mückenschutz bleibt wegen Dengue ohnehin wichtig.
Sollte ich mich vor einer Sri-Lanka-Reise gegen Dengue impfen lassen?
Das Auswärtige Amt rät wegen der hohen Fallzahlen 2026, sich zur Dengue-Impfung beraten zu lassen. Die STIKO empfiehlt die Impfung derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine gesicherte Dengue-Infektion hatten. Da die Impfung vor Abreise abgeschlossen sein soll, planen Sie die Beratung früh.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Sri Lanka, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 17.07.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)