Asien
Reiseimpfungen für Kambodscha: Empfehlungen, Malaria und Dengue
Für Kambodscha gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Kambodscha auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 1 Jahr)
Für die direkte Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Malaria
Regional unterschiedlich
Ganzjährig besteht ein mittleres Risiko in Teilgebieten im Osten und im Südwesten (Provinz Pursat), im übrigen Land einschließlich Siem Reap und der Tempelanlage Angkor Wat ein geringes Risiko. Die Stadt Phnom Penh gilt als malariafrei. Schützen Sie sich konsequent vor Mückenstichen und besprechen Sie für abgelegene Gebiete ein Notfallmedikament ärztlich.
Weitere Gesundheitshinweise
- 2026 wurde ein starker Anstieg der Denguefälle gemeldet, es wird vor einer Überlastung der Gesundheitseinrichtungen gewarnt; lassen Sie sich zur Impfung beraten.
- Entlang des Mekong und seiner Seitenarme besteht bei Kontakt mit Süßwasser ein Risiko für Schistosomiasis.
- Meiden Sie Geflügelmärkte und lebendes Geflügel und essen Sie Geflügel nur gut durchgegart.
- Reisedurchfall ist häufig, auch Hepatitis A und E, Shigellose und Typhus kommen bei Reisenden vor.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Kambodscha sind keine Impfungen vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A sowie aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Bei längeren Aufenthalten, Reisen in ländliche Regionen oder engem Tierkontakt sind Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis zu prüfen. Das Malariarisiko ist in Siem Reap und Angkor gering, Phnom Penh gilt als malariafrei. Wegen deutlich gestiegener Denguefälle 2026 hat der Mückenschutz besonderes Gewicht.
Einreise und Gelbfieber
In Kambodscha wird laut WHO kein Gelbfieber übertragen. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten hat, muss laut Auswärtigem Amt ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Für eine Südostasien-Rundreise mit Anreise aus Deutschland spielt das in der Regel keine Rolle, wohl aber, wenn Sie vorher in Teilen Afrikas oder Südamerikas waren. Hintergründe im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Kambodscha wird meist im Rahmen einer Südostasien-Rundreise besucht, mit Schwerpunkt auf den Tempeln von Angkor bei Siem Reap, der Hauptstadt Phnom Penh und Badeaufenthalten an der Küste. Viele Reisende kombinieren das Land mit Vietnam oder Thailand. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt die Einstufung des Auswärtigen Amtes.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Kulturreise Angkor und Phnom Penh | Hepatitis A, Standardimpfungen, Dengue-Schutz |
| Badeurlaub an der Küste | Hepatitis A, Mückenschutz am Tag, Lebensmittelhygiene |
| Rundreise mit Mekong und Land | Japanische Enzephalitis, Malaria je nach Region, Süßwasser meiden |
| Backpacking, einfache Unterkünfte | Tollwut, Typhus, Hepatitis B |
| Langzeitaufenthalt, Arbeit oder Studium | Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für jede Kambodschareise empfohlen. Prüfen Sie außerdem Ihren Impfpass auf die Standardimpfungen. Das AA hebt den Masernschutz ausdrücklich hervor.
Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition
Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfiehlt das Auswärtige Amt nach individueller Indikation. Dazu zählen längere Aufenthalte, Reisen in ländliche Regionen und enger Kontakt zu Tieren oder zur Bevölkerung. Tollwut wird vor allem durch Hunde übertragen. Ob eine dieser Impfungen für Sie sinnvoll ist, klärt die ärztliche Beratung. Eine erste Orientierung bietet der Reiseimpf-Check.
Malaria in Kambodscha
Laut DTG-Ländertabelle 2026 und Auswärtigem Amt besteht ganzjährig ein mittleres Malariarisiko in Teilgebieten im Osten und im Südwesten, etwa in der Provinz Pursat. Im übrigen Land einschließlich Siem Reap und der Tempelanlage Angkor Wat ist das Risiko gering. Die Stadt Phnom Penh gilt als malariafrei.
Schützen Sie sich konsequent vor Mückenstichen, vor allem in der Dämmerung und nachts. Für Reisen in abgelegene Gebiete besprechen Sie ärztlich, ob ein Notfallmedikament sinnvoll ist. Fieber während oder nach der Reise sollten Sie immer mit Hinweis auf den Aufenthalt abklären lassen. Mehr dazu im Ratgeber Malaria.
Dengue in Kambodscha
Für 2026 meldet das Auswärtige Amt einen starken Anstieg der Denguefälle und warnt vor einer Überlastung der Gesundheitseinrichtungen. Dengue wird von tagaktiven Mücken übertragen, auch in Städten. Schützen Sie sich daher rund um die Uhr: mit Mückenschutzmitteln, langer Kleidung und Unterkünften mit Klimaanlage oder Fliegengittern. Zur Dengue-Impfung gilt: Die STIKO empfiehlt sie derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Lassen Sie sich dazu individuell beraten. Mehr im Ratgeber Dengue, Chikungunya, Zika.
Hygiene, Wasser und Geflügel
Reisedurchfall ist in Kambodscha häufig. Laut AA kommen bei Reisenden auch Hepatitis A und E, Shigellose und Typhus vor. Das hilft:
- Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, kein Leitungswasser.
- Essen Sie gekochte oder selbst geschälte Speisen und waschen Sie sich häufig die Hände.
- Baden Sie nicht im Mekong und anderen Binnengewässern, da dort ein Risiko für Schistosomiasis besteht.
- Meiden Sie Geflügelmärkte und lebendes Geflügel und essen Sie Geflügel nur gut durchgegart.
Tollwut und Tierkontakt
Meiden Sie den Kontakt zu streunenden Hunden und Katzen sowie zu Affen. Nach einem Biss, einem Kratzer oder dem Belecken verletzter Haut waschen Sie die Stelle sofort mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe, auch wenn Sie geimpft sind. Mehr dazu unter Tollwut auf Reisen.
Medizinische Versorgung vor Ort
Die medizinische Versorgung ist laut Auswärtigem Amt nicht mit Europa vergleichbar und vielfach technisch oder hygienisch problematisch. Chronisch Kranke sollten ihre Reise daher gut vorbereiten und ausreichend eigene Medikamente mitnehmen. Das AA empfiehlt eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport.
Wann Sie zur Beratung gehen sollten
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Für Impfungen mit mehreren Terminen brauchen Sie mehr Vorlauf. Wenn Kambodscha Teil einer längeren Rundreise ist, besprechen Sie die gesamte Route in einem Termin. Praxen finden Sie unter Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Kambodscha
Gibt es Pflichtimpfungen für Kambodscha?
Für die direkte Einreise aus Deutschland nicht. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss laut Auswärtigem Amt ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Brauche ich für Angkor Wat eine Malariaprophylaxe?
Laut DTG und Auswärtigem Amt besteht in Siem Reap und an der Tempelanlage Angkor Wat ein geringes Malariarisiko. Im Vordergrund steht der Mückenschutz in der Dämmerung und nachts. Für abgelegene Gebiete mit mittlerem Risiko besprechen Sie ein Notfallmedikament am besten ärztlich.
Wie gefährlich ist Dengue in Kambodscha derzeit?
Das Auswärtige Amt meldet für 2026 einen starken Anstieg der Denguefälle und warnt vor einer Überlastung der Gesundheitseinrichtungen. Schützen Sie sich daher tagsüber und nachts vor Mückenstichen und lassen Sie sich vor der Reise beraten.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Kambodscha, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 18.08.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)