Malaria: Mückenschutz, Prophylaxe und Fieber nach der Reise

Redaktion promovax.eu · Stand 20. Oktober 2026 · Quellen siehe unten

Vor Malaria schützen Sie sich auf Reisen vor allem durch konsequenten Mückenschutz, ab der Dämmerung und in der Nacht. In Gebieten mit hohem Risiko empfiehlt die DTG zusätzlich eine medikamentöse Vorbeugung, in sehr entlegenen Regionen kann ein Notfallmedikament sinnvoll sein. Welche Kombination Sie brauchen, klärt die reisemedizinische Beratung. Ganz wichtig: Jedes Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet muss sofort ärztlich abgeklärt werden.

Was Malaria gefährlich macht

Malaria wird durch einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, ausgelöst und von Anopheles-Mücken übertragen. Diese stechen laut Auswärtigem Amt vor allem zwischen Abend- und Morgendämmerung und sind fast geräuschlos. Von Mensch zu Mensch ist keine direkte Ansteckung möglich.

Die WHO schätzt für 2024 weltweit rund 282 Millionen Malariafälle und 610.000 Todesfälle, die meisten davon in Afrika südlich der Sahara. In Deutschland wurden 2025 laut DTG 890 importierte Malariafälle gemeldet, über 80 Prozent davon nach Aufenthalten in Afrika. Die gefährlichste Form, die Malaria tropica, kann laut DTG ohne angemessene Behandlung innerhalb weniger Tage tödlich verlaufen.

Wo ein Risiko besteht

Malaria kommt in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens sowie Süd- und Mittelamerikas vor. Das Risiko unterscheidet sich aber stark, oft schon innerhalb eines Landes. Die DTG veröffentlicht jedes Jahr Karten und eine Ländertabelle, die die Empfehlungen nach Regionen ordnen:

Einstufung in den DTG-Karten Was die DTG in der Regel empfiehlt
Hohes Risiko, ganzjährig Mückenschutz und ganzjährige medikamentöse Vorbeugung
Hohes Risiko, saisonal Mückenschutz, Vorbeugung während der Malariasaison, also meist Regenzeit und kurz danach
Mittleres Risiko Mückenschutz, in der Regel keine medikamentöse Vorbeugung (Ausnahme: Schwangere), Notfallmedikament nur in sehr entlegenen Gebieten
Geringes Risiko Mückenschutz
Malariafrei kein Malariaschutz nötig, Schutz vor anderen Mückenkrankheiten kann trotzdem wichtig sein

Die Einordnung Ihres Ziels finden Sie auf unseren Länderseiten, zum Beispiel für Kenia, Tansania oder Indien. Die DTG weist darauf hin, dass sich die Lage durch Regenzeiten, Überschwemmungen oder politische Krisen schnell ändern kann. Deshalb zählt der Stand zum Zeitpunkt Ihrer Beratung.

Säule 1: Mückenstiche vermeiden

Mückenschutz ist laut DTG auch dann unverzichtbar, wenn Sie Medikamente zur Vorbeugung einnehmen. Weil es auch tagaktive Anopheles-Arten gibt und in Malariagebieten meist zusätzlich Dengue, Chikungunya oder Zika vorkommen, empfiehlt die DTG Schutz am Tag und in der Nacht.

  • Mückenschutzmittel auf der Haut: Als am besten untersucht gelten Mittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin. Tragen Sie sie auf alle unbedeckten Hautstellen auf, auch Knöchel, Nacken und Gesicht, und erneuern Sie sie nach Packungsangabe, bei Schwitzen öfter. Sonnenschutz kommt zuerst, das Mückenschutzmittel danach. Achten Sie bei Kindern auf die Altersangaben des Produkts.
  • Kleidung: lang, locker und möglichst hell, ideal mit Insektizid imprägniert.
  • Moskitonetz: Schlafen Sie unter einem imprägnierten Netz, auch in Zimmern mit Fliegengitter. Prüfen Sie Netze in der Unterkunft auf Löcher.
  • Räume: Klimatisierte Räume und Fliegengitter an Fenstern und Türen verringern Stiche.

Ungeeignet sind laut DTG und Auswärtigem Amt unter anderem Repellent-Armbänder, Ultraschallgeräte, Knoblauch und Vitamin-Präparate. Weil Mückenschutzmittel in tropischen Ländern nicht immer in wirksamer Konzentration erhältlich sind, nehmen Sie ausreichend von zu Hause mit. Mehr dazu im Ratgeber Mückenschutz auf Reisen.

Säule 2: medikamentöse Vorbeugung

Für Reisen in Gebiete mit hohem Übertragungsrisiko empfiehlt die DTG eine Chemoprophylaxe, die das Erkrankungsrisiko wesentlich senken kann. Welches Medikament passt, hängt laut DTG vom genauen Reiseziel, der Reisezeit, der Dauer, dem Reisestil sowie von Alter, Gesundheitszustand und anderen Medikamenten ab. Deshalb gibt es keine Einheitsempfehlung, und dieser Ratgeber nennt bewusst keine Präparate.

Wichtig für Sie als Reisende oder Reisender:

  • Die Vorbeugung beginnt je nach Mittel vor der Ankunft im Malariagebiet und muss nach dem Verlassen noch eine Zeit lang fortgesetzt werden. Den genauen Ablauf erklärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
  • Nicht jede Unpässlichkeit auf Reisen kommt vom Medikament. Setzen Sie die Vorbeugung nicht eigenmächtig ab, sondern holen Sie ärztlichen Rat ein.
  • Kaufen Sie Malariamedikamente nicht im tropischen Ausland. Laut DTG ist der Anteil gefälschter oder minderwertiger Präparate dort hoch.
  • Keine Vorbeugung schützt vollständig. Auch bei korrekter Einnahme kann eine Malaria auftreten.

Säule 3: Notfall-Selbstbehandlung

Für Reisende, die sich in abgelegenen Gebieten mit mittlerem Malariarisiko aufhalten und mehr als 48 Stunden von der nächsten Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt sind, kann die DTG die Mitnahme eines Notfallmedikaments empfehlen. In einer gut vernetzten Welt ist das laut DTG nur selten nötig. Auch nach einer Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle dringend notwendig. Malaria-Schnelltests zur Selbsttestung empfiehlt die DTG nicht allgemein, weil die Handhabung schwierig ist und ein negatives Ergebnis eine Malaria nicht sicher ausschließt.

Besondere Reisende

Eine Malaria kann bei Schwangeren schwerer verlaufen und ist ein hohes Risiko für Mutter und Kind. Die DTG rät Schwangeren deshalb grundsätzlich von Reisen in Malariagebiete ab und Kindern unter 5 Jahren von Aufenthalten in Hochrisikogebieten. Ein höheres Risiko haben laut DTG außerdem Langzeitreisende sowie Menschen, die Familie und Freunde in ihrem Herkunftsland besuchen. Wer zu diesen Gruppen gehört oder Vorerkrankungen hat, sollte die reisemedizinische Beratung besonders früh einplanen.

Fieber während oder nach der Reise

Die Beschwerden einer Malaria sind unspezifisch: meist hohes Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal auch Durchfall. Sie werden deshalb leicht mit einer Grippe oder Magen-Darm-Infektion verwechselt.

So gehen Sie vor:

  1. Fieberthermometer mitnehmen. Die DTG empfiehlt das allen Reisenden in Malariagebiete. In der Reiseapotheke sollte es nicht fehlen.
  2. Bei Fieber sofort handeln. Hält Fieber ab 38 Grad länger als 24 Stunden an oder tritt es erneut auf, suchen Sie laut DTG umgehend medizinische Hilfe.
  3. Die Reise erwähnen. Jedes unklare Fieber ab dem siebten Tag nach dem ersten Betreten eines Malariagebiets und bis mehrere Monate nach der Rückkehr gilt als malariaverdächtig. Weisen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aktiv darauf hin, auch wenn Sie eine Vorbeugung eingenommen haben.

Eine Malaria lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung sicher feststellen oder ausschließen. Für die Beratung vor Ihrer nächsten Reise finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin Praxen und Tropeninstitute in Ihrer Nähe.

Häufige Fragen

Brauche ich für jede Reise in ein Malariagebiet Tabletten?

Nein. Die DTG empfiehlt eine medikamentöse Vorbeugung vor allem für Gebiete mit hohem Übertragungsrisiko. In Gebieten mit mittlerem oder geringem Risiko steht meist der Mückenschutz im Vordergrund. Welches Vorgehen zu Ihrer Route passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie lange nach der Reise kann noch eine Malaria auftreten?

Laut DTG ist jedes unklare Fieber ab dem siebten Tag nach dem ersten Betreten eines Malariagebiets und bis mehrere Monate, in Ausnahmefällen Jahre, nach der Rückkehr malariaverdächtig. Suchen Sie dann sofort ärztliche Hilfe und erwähnen Sie die Reise, auch wenn Sie eine Vorbeugung eingenommen haben.

Kann ich Malariamedikamente günstig im Reiseland kaufen?

Davon rät die DTG ab. In vielen tropischen Ländern ist der Anteil gefälschter oder minderwertiger Medikamente hoch, Inhalt und Wirkstoffgehalt sind nicht garantiert. Lassen Sie sich Ihre Vorbeugung vor der Reise in Deutschland verordnen.

Helfen Mückenarmbänder, Knoblauch oder Vitamin B gegen Malariamücken?

Nein. DTG und Auswärtiges Amt stufen Repellent-Armbänder, Knoblauch und Vitamin-Präparate als ungeeignet ein. Wirksam sind Mückenschutzmittel auf der Haut, lange Kleidung und imprägnierte Moskitonetze.