Amerika und Karibik
Reiseimpfungen für Kolumbien: Gelbfieber, Malaria und Dengue
Für Kolumbien gilt bei der Einreise: Sonderregeln, siehe Hinweis. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Kolumbien auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Sonderregeln, siehe Hinweis (ab 1 Jahr)
Für die direkte Einreise aus Deutschland ist kein Nachweis nötig. Wer aus Angola, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo oder Uganda einreist oder sich dort im Transit aufgehalten hat, muss laut AA ab einem Jahr eine mindestens zehn Tage alte Impfung nachweisen, auch einige Nationalparks verlangen den Nachweis. Empfohlen ist die Impfung für die meisten Gebiete unter 2.300 Metern, nicht aber für Reisen nur nach Bogotá oder San Andrés und Providencia.
Gelbfieber-Übertragungsgebiet laut WHO: in Teilen des Landes
Malaria
Regional unterschiedlich
Das Risiko besteht ganzjährig unterhalb von 2.000 Metern und ist regional unterschiedlich: hoch unter anderem an der Pazifikküste (Chocó, Cauca, Nariño) und in den an Venezuela, Brasilien und Peru grenzenden Departements einschließlich des Amazonasgebiets. Bogotá, Cartagena, Medellín und die Insel San Andrés gelten als malariafrei. Schützen Sie sich vor allem in der Dämmerung und nachts vor Mücken und besprechen Sie eine Prophylaxe für Reisen in Risikogebiete ärztlich.
Weitere Gesundheitshinweise
- Denguefieber kommt vor, eine Impfung ist nach individueller Beratung möglich.
- Chikungunya-Fieber kommt vor, auch hier gibt es eine Impfung nach persönlicher Risikoabwägung.
- Zika- und Oropouche-Viren werden ebenfalls übertragen, was besonders in der Schwangerschaft wichtig ist.
- In großen Städten kann Luftverschmutzung zu Beschwerden führen.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für die direkte Einreise aus Deutschland nach Kolumbien ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A sowie aktuelle Standardimpfungen, insbesondere gegen Masern. Die Gelbfieberimpfung ist für die meisten Gebiete unter 2.300 Metern empfohlen, einige Nationalparks verlangen den Nachweis. Malaria kommt im Tiefland regional vor, Bogotá, Cartagena und Medellín gelten als malariafrei. Bei längeren Aufenthalten kommen Hepatitis B und Tollwut hinzu.
Einreise und Gelbfieber
Kolumbien gehört laut WHO zu den Ländern, in denen Gelbfieber in Teilen des Landes übertragen wird. Für die direkte Anreise aus Deutschland verlangt das Land keinen Nachweis. Anders ist es laut Auswärtigem Amt, wenn Sie aus Angola, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo oder Uganda einreisen oder sich dort im Transit aufgehalten haben: Dann müssen Reisende ab einem Jahr eine Impfung nachweisen, die mindestens zehn Tage zurückliegt.
Unabhängig von der Einreise empfiehlt das Auswärtige Amt die Impfung für die meisten Landesteile unter 2.300 Metern. Für Reisen ausschließlich nach Bogotá oder auf die Inseln San Andrés und Providencia ist sie nicht nötig, für Barranquilla, Cali, Cartagena und Medellín nicht generell. Einige Nationalparks verlangen einen Impfnachweis, welche genau, nennt das AA nicht. Klären Sie das am besten vor der Buchung von Touren. Wer nach Kolumbien noch nach Costa Rica weiterreist, braucht dort den Nachweis in jedem Fall. Mehr zur Impfung und zu den Impfstellen im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Viele Reisende erleben Kolumbien als Rundreise: von Bogotá über die Kaffeeregion und Medellín bis an die Karibikküste, oft ergänzt um Nationalparks oder einen Abstecher ins Amazonasgebiet. Weil sich die Höhenlagen stark unterscheiden, hängen Gelbfieber und Malaria direkt von der Route ab. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt die Einstufung des Auswärtigen Amtes.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Städtereise Bogotá, Medellín, Cartagena | Hepatitis A, Standardimpfungen, Mückenschutz am Tag |
| Rundreise mit Kaffeeregion und Karibikküste | Gelbfieber je nach Route, Dengue und Chikungunya |
| Nationalparks und Amazonasgebiet | Gelbfieber-Nachweis, Malaria-Vorsorge, Mückenschutz |
| Backpacking und einfache Unterkünfte | Tollwut, Hepatitis B, Lebensmittelhygiene |
| Langzeitaufenthalt, Arbeit oder Studium | Hepatitis B, Tollwut, Gelbfieber, Chikungunya |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für jede Kolumbienreise sinnvoll. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender. Das AA hebt den Masernschutz ausdrücklich hervor.
Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition
Hepatitis B und Tollwut empfiehlt das Auswärtige Amt bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition. Tollwut wird in Kolumbien zunehmend auch über Katzen übertragen, Impfstoffe sind laut AA nur in Großstädten erhältlich. Gegen Chikungunya gibt es eine Impfung, die die STIKO unter anderem Personen ab 12 Jahren bei Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruch empfiehlt. Ob das für Ihre Reise zutrifft, klärt die ärztliche Beratung. Eine erste Orientierung bietet der Reiseimpf-Check.
Malaria in Kolumbien
Laut DTG-Ländertabelle 2026 und Auswärtigem Amt besteht ganzjährig ein Malariarisiko unterhalb von 2.000 Metern, das regional sehr unterschiedlich ist. Hoch ist es unter anderem an der Pazifikküste in den Departements Chocó, Cauca und Nariño sowie in den an Venezuela, Brasilien und Peru grenzenden Departements einschließlich des Amazonasgebiets. Bogotá, Cartagena, Medellín und die Insel San Andrés gelten als malariafrei.
Schützen Sie sich vor allem in der Dämmerung und nachts mit Mückenschutzmitteln, langer Kleidung und Moskitonetzen. Ob für Ihre Route eine medikamentöse Vorsorge oder ein Notfallmedikament sinnvoll ist, besprechen Sie ärztlich. Fieber nach der Rückkehr sollten Sie immer mit Hinweis auf die Reise abklären lassen. Mehr dazu im Ratgeber Malaria.
Dengue, Chikungunya, Zika und Oropouche
Denguefieber kommt in Kolumbien vor und wird von tagaktiven Mücken übertragen, auch in Städten. Für die Dengue-Impfung gilt: Die STIKO empfiehlt sie derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Chikungunya, Zika und Oropouche werden ebenfalls übertragen. Zika und Oropouche sind besonders in der Schwangerschaft bedeutsam, Schwangere sollten die Reise vorab ärztlich besprechen. Hinweise zum Schutz am Tag und in der Nacht finden Sie im Ratgeber Dengue, Chikungunya, Zika.
Hygiene, Höhe und Luft
Achten Sie auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene. Das Auswärtige Amt rät:
- Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, etwa abgefüllt in Flaschen.
- Verzichten Sie auf nicht industriell hergestellte Frucht- und Zuckerrohrsäfte.
- Essen Sie gekochte oder selbst geschälte Speisen und waschen Sie sich häufig die Hände.
Bogotá liegt hoch in den Anden. Wer Vorerkrankungen hat, sollte die Höhenlage bei der Beratung ansprechen. In großen Städten kann Luftverschmutzung zu Beschwerden führen.
Tollwut und Tierkontakt
Meiden Sie den Kontakt zu Hunden, Katzen und Wildtieren, auch zu scheinbar zahmen Tieren in Unterkünften. Nach einem Biss, einem Kratzer oder dem Belecken verletzter Haut waschen Sie die Stelle sofort mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe, auch wenn Sie geimpft sind. Mehr dazu unter Tollwut auf Reisen.
Medizinische Versorgung vor Ort
Laut Auswärtigem Amt ist die Versorgung in größeren Städten, vor allem in Bogotá, zufriedenstellend. Auf dem Land nimmt sie stark ab, ebenso die Rettungsketten. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport ist daher sinnvoll, ebenso eine gut sortierte Reiseapotheke für Touren abseits der Städte.
Wann Sie zur Beratung gehen sollten
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Der Gelbfieberschutz gilt erst ab dem zehnten Tag nach der Impfung, und die Impfung gibt es nur bei zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen. Planen Sie daher früh, siehe Zeitplan vor der Abreise. Wer Kolumbien mit Peru oder Brasilien kombiniert, bespricht am besten die gesamte Route in einem Termin. Praxen finden Sie unter Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Kolumbien
Brauche ich für Kolumbien eine Gelbfieberimpfung?
Für die direkte Einreise aus Deutschland verlangt Kolumbien laut Auswärtigem Amt keinen Nachweis. Empfohlen ist die Impfung aber für die meisten Gebiete unter 2.300 Metern, und einige Nationalparks verlangen den Nachweis. Wer nur Bogotá oder San Andrés und Providencia besucht, braucht sie laut AA nicht.
Ist Cartagena oder Medellín ein Malariagebiet?
Nein. Laut DTG und Auswärtigem Amt gelten Bogotá, Cartagena, Medellín und die Insel San Andrés als malariafrei. Ein relevantes Risiko besteht im Tiefland unter 2.000 Metern, vor allem an der Pazifikküste und im Amazonasgebiet.
Gilt die Gelbfieberimpfung für Kolumbien auch bei der Weiterreise nach Costa Rica?
Costa Rica verlangt laut Auswärtigem Amt einen Gelbfieber-Nachweis von Reisenden ab neun Monaten, die aus Kolumbien einreisen. Wenn Sie beide Länder kombinieren, planen Sie die Impfung daher rechtzeitig ein, der Schutz gilt erst ab dem zehnten Tag.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Kolumbien, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit, Reiseinfos, Einreise und Zoll) (Stand unverändert gültig seit 12.10.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)