Ozeanien

Reiseimpfungen für Australien: Pflicht, Empfehlungen und Work and Travel

Für Australien gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Australien auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 1 Jahr)

Für die direkte Einreise aus Deutschland ist kein Nachweis nötig. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, muss laut AA ab einem Alter von einem Jahr eine Impfung nachweisen; ausgenommen ist die Einreise von den Galapagosinseln. Australien selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Japanische Enzephalitis bei längerem Aufenthalt in New South Wales, Queensland, Victoria, South Australia oder auf den Inseln der Torres-Straße während der Übertragungszeit
Meningokokken ACWY und B sind in Australien Teil des Impfprogramms und können für Schul- oder Universitätsbesuche verlangt werden
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Kein bekanntes Risiko

Das AA nennt für Australien kein Malariarisiko, und in der Länderliste der DTG ist Australien nicht als Malariagebiet aufgeführt. Schützen Sie sich trotzdem vor Mücken, da Dengue, Ross-River-Fieber und Japanische Enzephalitis vorkommen.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Dengue wird vor allem von Dezember bis Juni im Norden übertragen, etwa in Nordqueensland und auf den Inseln der Torres-Straße; der in Europa verfügbare Impfstoff ist in Australien nicht erhältlich.
  • Ross-River-Fieber ist die häufigste von Mücken übertragene Erkrankung in Australien, eine Impfung gibt es nicht.
  • Von Oktober bis Juni kommen an nordaustralischen Stränden gefährliche Würfelquallen vor, beachten Sie Warnhinweise.
  • In Nordaustralien kommt die bakterielle Melioidose vor, reinigen und desinfizieren Sie Hautwunden sorgfältig.
  • Mpox wird vor allem bei engem Körperkontakt übertragen, Männer, die Sex mit Männern haben, sollten sich zur Impfung beraten lassen.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Australien ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition kommen Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Dengue hinzu, je nachdem, wohin Sie reisen. Malaria spielt keine Rolle, Mückenschutz ist aber wegen Dengue, Ross-River-Fieber und Japanischer Enzephalitis wichtig.

Einreise: Wann ein Gelbfieber-Nachweis nötig ist

Australien selbst ist kein Gelbfiebergebiet. Laut Auswärtigem Amt müssen jedoch alle Personen ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren. Ausgenommen ist die Einreise von den Galapagosinseln in Ecuador. Das betrifft vor allem Weltreisende, die vorher in Südamerika oder Afrika unterwegs waren. Mehr dazu im Ratgeber Gelbfieberimpfung.

Empfohlene Impfungen nach Reiseart

Australien hat ein gutes Gesundheitswesen. Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt vor allem von Region, Jahreszeit und Dauer ab. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt die Empfehlungen, die folgende Einordnung hilft bei der Vorbereitung.

Reiseart Typische Fragen für die Beratung
Städtereise nach Sydney oder Melbourne Hepatitis A, Standardimpfungen
Camper-Rundreise entlang der Ostküste zusätzlich Mückenschutz, bei längeren Aufenthalten Japanische Enzephalitis
Tauchurlaub am Great Barrier Reef tauchmedizinische Untersuchung, Quallen, Dengue im Norden
Work and Travel oder Farmarbeit Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Dengue je nach Region besprechen
Schulbesuch oder Studium Standardimpfungen, Meningokokken nach den Vorgaben der Einrichtung

Für alle Reisenden

Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für Australien als Reiseimpfung empfohlen. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie und Masern. Was die STIKO für Erwachsene vorsieht, erklärt der Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.

Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition

Das Auswärtige Amt nennt bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Dengue. Für die Japanische Enzephalitis besteht auf den Inseln der Torres-Straße ein Risiko und seit 2022 auch in New South Wales, Queensland, Victoria und South Australia. Die Impfung empfiehlt das Auswärtige Amt, wenn ein längerer Aufenthalt in diesen Gebieten während der Übertragungszeit geplant ist. Dengue kommt vor allem in Nordqueensland und auf den Inseln der Torres-Straße vor. Die in Europa verfügbare Dengue-Impfung ist in Australien laut Auswärtigem Amt nicht zugelassen und dort nicht erhältlich, eine Entscheidung muss also vor der Abreise fallen. Die STIKO empfiehlt sie derzeit nur Personen ab vier Jahren mit einer labordiagnostisch gesicherten früheren Dengue-Infektion.

Impfungen gegen Meningokokken ACWY und B gehören in Australien zum normalen Impfprogramm und können bei einem Schul- oder Universitätsbesuch vorausgesetzt werden. Fragen Sie bei der Einrichtung nach. Eine erste Einschätzung für Ihre Reise liefert der Reiseimpf-Check.

Mücken: Dengue, Ross-River-Fieber und Japanische Enzephalitis

Das Auswärtige Amt nennt für Australien kein Malariarisiko, und in der Ländertabelle der DTG 2026 ist Australien nicht als Malariagebiet aufgeführt. Andere von Mücken übertragene Erkrankungen sind dagegen relevant:

  • Dengue wird hauptsächlich von Dezember bis Juni im Norden übertragen. Die Überträger sind tagsüber und in der Dämmerung aktiv.
  • Ross-River-Fieber ist die häufigste von Mücken übertragene Erkrankung in Australien. Eine Übertragung ist landesweit möglich, besonders in den tropischen Gebieten von Queensland, dem Northern Territory und Western Australia. Eine Impfung gibt es nicht, typisch sind Fieber und Gelenkschmerzen, die monatelang anhalten können.
  • Japanische Enzephalitis wird von dämmerungs- und nachtaktiven Mücken übertragen.

Schützen Sie sich deshalb ganztägig vor Mückenstichen, mit Mückenschutzmitteln, langer Kleidung und nachts mit einem Moskitonetz. Tipps dazu finden Sie im Ratgeber Dengue und Mückenschutz.

Meer, Tiere und weitere Risiken

Von Oktober bis Juni kommen an flachen Sandstränden der nordaustralischen Küste zwischen Broome und Gladstone gefährliche Würfelquallen vor, dazu an den nördlichen und östlichen Küsten weitere giftige Quallenarten. Baden Sie nur dort, wo es erlaubt ist, und beachten Sie Warnhinweise. Auch Schlangen, Spinnen, Krokodile und Haie können eine Rolle spielen. Befolgen Sie lokale Hinweise und suchen Sie nach einem Biss oder Stich zügig medizinische Hilfe.

Weitere Hinweise des Auswärtigen Amts:

  • Melioidose: Diese bakterielle Erkrankung kommt in Nordaustralien vor und wird vor allem über Hautverletzungen und Bodenkontakt übertragen. Reinigen und desinfizieren Sie Wunden sorgfältig und decken Sie sie ab. Erwähnen Sie den Aufenthalt bei späteren Beschwerden ärztlich.
  • Leptospirose: Sie tritt vor allem von Dezember bis Juni in Queensland und Victoria auf. Meiden Sie Kontakt mit stehenden Gewässern.
  • Mpox: Die Übertragung erfolgt vor allem bei engem Körperkontakt. Männer, die Sex mit Männern haben, sollten sich vor der Reise zur Impfung beraten lassen.

Medizinische Versorgung und Medikamente

Das australische Gesundheitswesen ist laut Auswärtigem Amt gut. Auch in Notfällen kann es aber Wartezeiten geben, und Privatkliniken haben in der Regel keine Notaufnahme. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung für die gesamte Aufenthaltsdauer.

Für mitgebrachte Medikamente gelten klare Regeln: Sie müssen bei der Ankunft deklariert werden, im begleiteten Gepäck und in Originalverpackung reisen, und Sie brauchen eine ärztliche Verschreibung auf Englisch. Ohne besondere Genehmigung ist höchstens ein Dreimonatsbedarf erlaubt. Schützen Sie Ihre Reiseapotheke unterwegs vor hohen Temperaturen, etwa im Camper.

Wann Sie die Beratung einplanen sollten

Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Für Work and Travel, ein Studium oder eine lange Rundreise lohnt sich ein deutlich früherer Termin, da manche Impfungen mehrere Termine brauchen. Wie Sie rückwärts planen, zeigt der Ratgeber Impfzeitplan vor der Reise. Reisen Sie über Südostasien an, etwa mit einem Stopp in Indonesien, beziehen Sie diese Etappe in die Beratung ein. Eine Praxis mit reisemedizinischem Schwerpunkt finden Sie im Verzeichnis Reisemedizin.

Häufige Fragen zu Australien

Brauche ich für Australien eine Gelbfieberimpfung?

Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt müssen Personen ab einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nur nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren, ausgenommen ist die Einreise von den Galapagosinseln.

Welche Impfungen brauche ich für Work and Travel in Australien?

Für alle Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach STIKO. Bei einem längeren Aufenthalt kommen je nach Region Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Dengue infrage, das klären Sie am besten in einer reisemedizinischen Beratung.

Gibt es in Australien Malaria?

Das Auswärtige Amt nennt für Australien kein Malariarisiko, und in der Ländertabelle der DTG 2026 ist Australien nicht als Malariagebiet aufgeführt. Wegen Dengue, Ross-River-Fieber und Japanischer Enzephalitis ist Mückenschutz trotzdem wichtig.